Teil 3 (Uganda)

Wie sollte man solche fantastischen Gorilla-Trackings wie im Kongo bei den Grauer Gorillas (Reisebericht Teil 1) oder in Ruanda bei den Virunga-Berggorillas (Reisebericht Teil 2) noch toppen? Mir war absolut klar, dass es im dichten und steilen „undurchdringlichen“ Bwindi-Wald keinesfalls so perfekt (aus fotografischer Sicht) ablaufen würde. Nichts desto trotz freute ich mich sehr auf Uganda, insbesondere auf das kleine Dorf Ruhija, wo ich heute zum dritten Mal ankommen sollte.

Der Weg zur ugandischen Grenze war nicht weit, uns stand eine sehr kurze Fahrt bevor, also konnten wir mal ausschlafen und sind erst um 10 Uhr abgefahren. Schon mittags hatten wir die Grenze hinter uns gelassen und fuhren in Kisoro auf den Parkplatz des Travellers Rest Hotels – ein klangvoller Name mit einer bewegten Geschichte. Dian Fossey nutzte dieses Hotel damals als Poststation und nannte es ihre „zweite Heimat“. Von vielen anderen prominenten Gästen zeugen Zeitungsausschnitte an den Wänden. Wir genossen ein entspanntes Mittagessen auf der Terrasse mit Blick über einen schönen Garten auf die Virunga-Vulkane.

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Am Nachmittag erreichten wir die auf fast 2.500 Meter liegende Trekkers Tavern Cottages Lodge in Ruhija. Hier das „Restaurant“.

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Um 19 Uhr waren wir mit Martha Robbins – einer dort seit über 12 Jahren tätigen amerikanischen Gorilla-Forscherin – und ihren Mitarbeitern zu einem Barbeque verabredet.

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Ein schönes Vorurteil über Afrika (das auch nicht ganz unberechtigt ist) ist ja, dass man dort nicht besonders pünktlich ist. Nun ja, um fünf nach sechs spazierten alle Gäste auf das Gelände der Lodge – also eine Stunde zu früh! Wir hatten viel Spaß und so auch noch vor dem Essen genügend Zeit uns auszutauschen und für dieses Gruppenbild im letzten Tageslicht.

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Auch für Unterhaltung wurde gesorgt … (Foto: Thomas Weinhold).

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Video-Grüße von der UNEP in Bonn wurden von Dieter an Martha überbracht. (Foto: Thomas Weinhold).

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Die Stimmung erreichte den Höhepunkt. (Foto: Thomas Weinhold).

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Der abendliche Blick auf die Virunga-Vulkane über die grünen Hügel des Bwindi Impenetrable Forest ist wunderschön. (Foto: Thomas Weinhold).

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Am nächsten Morgen dann Treffpunkt um 8 Uhr am kleinen Rangerposten – das Selbstbewusstsein in Ruhija ist aber definitiv seit meinem letzten Besuch angestiegen.

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Unsere Aufklärungs-Displays hängen auch noch drei Jahre nachdem wir sie dort abgeliefert haben. Ein tolles Gefühl für mich, wer weiß wie viele Menschen das inzwischen gelesen haben.

Uganda_2012-12 Foto: Thomas Weinhold
Für die zweite habituierte Gorillagruppe wurde extra eine neue Hütte errichtet (hinten). Stefan war an diesem Tag der einzige, der dorthin ging. Wir anderen hatten alle Permits für die Bitukura-Gruppe, bei der ich vor drei Jahren schon mal war. Ob ich wohl einen der Gorillas wiedererkenne? (Foto: Thomas Weinhold).

Uganda_2012-13 Foto: Nancy Weinhold
Endlich ging es los – und „endlich“ war es mal ein bißchen anstrengend. Es ging auf ausgetretenen Elefantenpfaden mehrmals bergauf und wieder bergab – doch auch diesmal hatten wir eigentlich wieder viel Glück … (Foto: Nancy Weinhold).

Uganda_2012-14 Foto: Andreas Klotz
… die Sonne schien und nach knapp 1 ½ Stunden trafen wir auf die Berggorillas.

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Einer stellte sich uns gleich in den Weg.

Uganda_2012-16 Foto: Andreas Klotz
Und dann sah ich Karamuzi. Ich habe ihn sofort erkannt! Dieser alte Silberrücken saß fast genau so da wie vor drei Jahren.

Karamuzi 2009 Foto: Andreas Klotz
Hier zum Beweis mein Bild aus 2009 – ist es nicht verblüffend? Seine Körperhaltung, sein Gesichtsausdruck …

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Dieser Silberrücken (in der Bitukura-Gruppe gibt es insgesamt 4 Stück) wollte sich vor uns verstecken …

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… oder Verstecken spielen …

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Wen man im Wald nicht alles so trifft: Gorillaforscher bei der Arbeit.

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Man beachte bitte die „Mondberge“-Kopfbedeckung (das war nicht abgesprochen …).

Uganda_2012-21 Foto: Andreas Klotz
Für solche Momente braucht man auch ein Fernglas. Eine Besonderheit im Bwindi-Wald ist es, dass die Berggorillas relativ häufig auf Bäume klettern. Das ist zwar fototechnisch eher blöd – aber trotzdem sehr schön anzusehen.

Uganda_2012-22 Foto: Andreas Klotz
Die strenge Chefin des Waldes. Wieso hat Martha eigentlich keine Mondberge-Kappe auf?

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Irgendwann muss man auch mal wieder runter vom Baum …

Uganda_2012-24 Foto: Andreas Klotz… und sollte den Ast loslassen …

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… notfalls wird dann eben einfach gerutscht.

Uganda_2012-26 Foto: Andreas Klotz
„Hilfe – ich wurde vergessen“!

Uganda_2012-27 Foto: Andreas Klotz
Auch beim rutschen kann was schiefgehen. „Wieso geht es nicht weiter?“.

Uganda_2012-28 Foto: Andreas Klotz
Schließlich trat noch ein starker, junger Schwarzrücken vor unsere Kameras – dieser hier steht kurz davor, ein Silberrücken zu werden, er ist sich dessen schon bewusst …

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… und spazierte stolz – und ohne uns eines Blickes zu würdigen – an uns vorbei.

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Der „Chef-Silberrücken“ Ndahura chillte im Sonnenschein.

Uganda_2012-31 Foto: Andreas Klotz
Wir mussten uns verabschieden, doch im Vorbeigehen zeigte uns ein anderer Silberrücken (Rukumu) was er an menschlichen Gesten beherrscht … nein, jetzt im Ernst: dieser Berggorilla hat einen steifen Finger – und es ist tatsächlich der mittlere der rechten Hand.

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Auf dem Rückweg blieben wir häufig stehen, genossen das schöne Wetter, und erfuhren interessante Dinge von Martha. (Foto: Nancy Weinhold).

Am Nachmittag traf ich mich mit Martha in Ihrer Forschungsstation und wir besprachen einige die Mondberge-Hilfsprojekte betreffenden Dinge. Die anderen machten sich mit Emily (unserer Koordinatorin für die 8 Schulen, die wir unterstützen) auf den Weg in eine Grundschule in der Nähe der Lodge. Die folgenden Fotos sind alle von Nancy und Thomas Weinhold aufgenommen worden und die Infos dazu stammen auch von den beiden.

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Emily hat alle vorgestellt und sie erhielten einen interessanten Einblick in den Unterricht. Es entstand eine lockere Fragen- und Antwortrunde, die deutschen Gäste wurden zum Beispiel aufgeklärt, was in „Physical Education“ unterrichtet wird. Sport spielt eine große Rolle im Unterricht, oft wird auch gesungen und es werden lokale Tänze gelehrt. Ansonsten gibt es das Standardprogramm: Mathe, Englisch etc. Die erste Klasse dieser Schule besteht im Moment aus 95 Kindern (mit einer Lehrerin).

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Anschließend gingen sie mit dem Rektor der Schule in sein Büro, in dem es eine Bewirtung mit Bananen und Wasser gab – und danach in den Schulgarten, wo Baumsetzlinge gezogen werden, die später von den Schülern überall in der Community angepflanzt werden. Die Kinder sind da sehr ehrgeizig und können größtenteils sehr eigenverantwortlich agieren. Es gibt sogar Wettbewerbe zum Ansporn untereinander.

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Schulbänke wurden herausgetragen, auf denen das „internationale Publikum“ sitzen sollte. Es wurden lokale Tänze und sogar ein kleines Theaterstück (mit Gorillas) vorgeführt.

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Und sie hatten wirklich viel Spaß dabei!

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Und nicht nur die Akteure – auch die Zuschauer! Emily hat sich köstlich amüsiert … vermutlich über alle Beteiligten … anschließend gab es noch eine sehr berührende Rede des Schuldirektors und Peter übernahm den Part ein paar Worte im Namen unserer Gruppe zu sagen. Emily hat es vom englischen in die Landessprache übersetzt. Angeblich wurde sogar tatkräftig (von fast allen) mitgetanzt – mir sind aber keine Beweisfotos geliefert worden.

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Die Schule platzt aus allen Nähten. Dieser neue Schulanbau wurde von den Eltern der Schüler finanziert. Er wird teilweise schon genutzt, obwohl noch Fenster und Türen fehlen. Angeregt durch diesen Besuch und durch die Mondberge-Aktivitäten in Ruhija hat Heidi Tetzlaff spontan eine größere Spende geleistet durch die sämtliche Türen und Fenster (mit Glas) komplett bezahlt werden können. Vielen herzlichen Dank dafür, Heidi!!! Ich hoffe ich kann bald in einem Mondberge-Newsletter ein Foto davon zeigen …

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Am Nachmittag gab es einen starken Regenschauer, wir saßen gemeinsam noch eine Weile im Restaurant der Lodge und ließen den Besuch ausklingen.

Uganda_2012-41 Foto: Andreas Klotz
Irgendwann kommt immer der Moment des Abschieds. Nach dieser intensiven und kurzen Reise (7 Tage in drei Ländern, 3 Gorilla-Trackings, 3 lange Autofahrten) hieß es nun direkt bei Sonnenaufgang loszufahren. Uns stand der letzte und längste Fahrttag bevor – denn noch am gleichen Abend um 23 Uhr ging der Flug zurück nach Amsterdam. Nach dem Frühstück blieb noch etwas Zeit für ein Foto des roten Himmels und dann machten wir uns auf den Weg.

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Ein letzter Blick auf die Virunga-Vulkane kurz hinter der Grenze des Nationalparks. Die Täler waren angefüllt mit dichtem weißen Nebel.

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Ein unerwarteter Stopp. Hier wurde mal eben ein Baum gefällt – und nun hieß es warten, bis die Straße wieder frei geräumt ist. Oder:

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… man packt halt selbst mit an! (Fotos: Nancy Weinhold).

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Nach elf langen Stunden und nur zwei kurzen Stopps in Mbarara und am Äquator erreichten wir kurz vor Sonnenuntergang Entebbe. Von dem kleinen Hotel aus, in dem wir uns frisch machten und ein letztes afrikanisches Essen genossen, bot sich uns ein fantastischer Blick auf den Viktoriasee kurz vor Sonnenuntergang. (Foto: Thomas Weinhold).

Genau 17 Stunden später stand ich in Köln am Gepäckband … ich war sicher nicht das letzte Mal in Ostafrika!