Teil 1 (Anreise und Ostkongo)

Es geschah am Mittwoch, den 7. November 2012: mein Wecker klingelte erbarmungslos um sage und schreibe 03.30 Uhr – also mitten in der Nacht. Doch das war noch gar nicht das Schlimmste – danach musste ich meine Frau Anja wecken. Sie hat mich und Dieter (den wir in Bonn abholten) nach Köln zum Flughafen gefahren. Ich bin sicher sie hat es noch mehr bereut als ich …

Alles klappte wunderbar, Dieter stand schon auf der Straße als wir vorfuhren, der Verkehr war minimal und wir trafen beim Einchecken am KLM-Schalter Nancy und Thomas und im Abflug-Gate dann noch Peter. Die restlichen Mitglieder unserer kleinen Gruppe sollten wir erst in Amsterdam kennenlernen. Heidi, Frank und Stefan kamen aus Berlin – die drei hatten im übrigen gar nicht geschlafen – und schließlich noch Stefan von Wigwam, der sich zusammen mit Helmut und Jason (die uns in Kigali am Flughafen abholen würden) um die Reiseleitung kümmerte – und der, genauso wie ich, zum ersten Mal nach Ruanda und vor allem in den Kongo reiste.

Um 19 Uhr Ortszeit landeten wir pünktlich in Kigali, fuhren zum berühmten Hotel des Mille Collines (das aus dem Film Hotel Ruanda), saßen ganz entspannt noch etwas an der Pool-Bar, um am nächsten Morgen früh aufzustehen, kurz zu frühstücken und schnell loszufahren – um 15 Uhr wollten wir die Grenze zum Kongo erreichen. Nach einem Picknick im Nyungwe National Park – einem wunderschönen Bergregenwaldgebiet in dem (wie an so vielen Stellen in Afrika) die in diesem Fall angeblich weitest entfernteste Nilquelle entspringen soll.

Nach dem Nationalpark fuhren wir durch weitläufige, saftig grüne Teeplantagen und bald schon sahen wir den Kivu-See vor uns liegen. Die Straße schlängelt sich aus den Bergen direkt bis nach Cyangugu, wo sich auch der Grenzposten befindet. Unsere Autos (und Jason) ließen wir zurück und gingen nach einer – gar nicht so lang wie befürchtet dauernden Ausreiseprozedur – zu Fuß mit dem ganzen Gepäck über eine schmale Holzbrücke nach Bukavu in den Kongo.

Die eigentliche Passkontrolle im Kongo ging schnell, die Visa hatten wir uns ja alle schon in Deutschland besorgt (anders geht es auch gar nicht). Wir wurden mit zwei Autos von Martin abgeholt – einem „Unternehmer im Reisebusiness“ aus Goma, das am nördlichen Ende des Kivu-Sees liegt. Nachdem wir bereits alle im Auto saßen, kam eine durch ihre Statur und Gesichtsausdruck beeindruckende Dame zu uns – und wir mussten nach einer kleinen Diskussion schließlich alle wieder aussteigen. In ihrem „Office“ (eine an einen Hühnerstall erinnernde Bretterbude) kontrollierte sie penibelst unsere Impfausweise. Immerhin wurden so unsere ursprünglichen Vorstellungen mehr als erfüllt, das Ganze dauerte nochmal 30 Minuten. Nach 15 Minuten Fahrt erreichten wir das Orchid Villa Hotel, malerisch schön direkt am Ufer des Kivu-Sees gelegen. Mit WLAN, Monsun-Regendusche, Crème Brûlée auf der Speisekarte und einem fantastischen Blick über den See. Dort verbrachten wir zwei Nächte, von hier aus fährt man etwa 1 Stunde zum Kahuzi-Biega-Nationalpark, in dem wir am nächsten Tag Grauer Gorillas (ehemals östliche Flachlandgorillas) besuchen wollten.

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Auf dem Weg zum Kahuzi-Biega-Nationalpark, am Stadtrand von Bukavu. (Foto: Thomas Weinhold).

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Quer durch den Nationalpark führt eine Straße auf der nicht wenig Verkehr herrscht. Hier hielten wir nach etwa 10 Minuten Fahrt vom Rangerposten aus an, stiegen aus, sprangen über den Straßengraben …

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… und schlugen uns durch sofort extrem dichten und dunklen Bambuswald. Wie lange wird es wohl dauern, bis wir die Gorillas erreichen? (Foto: Nancy Weinhold).

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Nach 5 Minuten sah ich diese „Essensreste“. Hier hatte vor kurzem ein Gorilla gesessen und eine Bambus-Mahlzeit eingenommen. Nach weiteren 5 Minuten hörte ich die Gorillas bereits …

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… und sah im nächsten Moment, wer hier immer noch futterte!

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Der Silberrücken Chimanuka knabberte an armdicken Bambusstangen wie unsereins an Salzstangen …

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… und kümmerte sich überhaupt nicht um uns.

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Das schmeckt!

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Eins seiner Weibchen kam mit ihrem Nachwuchs vorbeimarschiert – und auch wir blieben ständig in Bewegung.

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Die Gorillas liefen einen Halbkreis und führten uns zurück zur Straße. Hier standen wir dann also den Rest der Stunde, und mussten immer wieder zur Seite treten, wenn mal eben ein LKW, ein Bus oder ein Mofa – ohne auch nur den Anschein zu erwecken, mal kurz vom Gas zu gehen – vorbeirauschte. (Foto: Thomas Weinhold).

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Die Gorillas haben sich gar nicht daran gestört und es sich direkt hinterm Straßengraben bequem gemacht.

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Es wurden immer mehr, auf diesem Bild alleine acht.

Kongo_2012-12 Foto: Andreas KlotzChimanuka hat wieder was zu essen gefunden.

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Ein Anderer legte sich zu einer kleinen Siesta hin.

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Doch dieser junge Rabauke wollte das nicht zulassen …

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Er stürzte sich auf ihn …

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… und ließ ihm keine Ruhe.

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Er und wir hatten unseren Spaß.

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Doch irgendwann reichte es dem Älteren Gorilla.

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Da holte sich der Kleine tatkräftige Hilfe von 2 Kumpels.

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Doch irgendwann kommt man mit stoischer Gelassenheit und Ignoranz zum Ziel – in diesem Fall dem wohlverdienten Verdauungsschläfchen.

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Die meisten Gorillas hatten sich inzwischen hingelegt, aber unser junger Freund wollte noch immer keine Ruhe geben.

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Den beiden war das egal.

Kongo_2012-24 Foto: Andreas Klotz
Schließlich gab er aber doch klein bei.

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Unsere Stunde war fast zu Ende – ich bin sicher, dass merkten auch die Gorillas.

Kongo_2012-26 Foto: Andreas Klotz
Ein letzter wehmütiger Blick (mein letztes Foto), wir mussten uns verabschieden.

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Kaum waren wir wieder bei den geparkten Fahrzeugen – gerade mal 200 Meter weg von den Gorillas (die dort übrigens immer noch lagen …) hielt eine UN-Patroullie an, um ein bißchen zu plaudern. (Foto: Nancy Weinhold).

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Zuerst haben wir uns mit dem Fotografieren zurückgehalten, aber als die pakistanischen UN-Soldaten ihre Kameras zückten um uns fürs Fotoalbum zuhause zu fotografieren, war das kein Problem mehr. (Foto: Thomas Weinhold).

Kongo_2012-29 Foto: Thomas WeinholdZurück im Gewimmel von Bukavu. (Foto: Thomas Weinhold).

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Wir umrundeten einen zentralen Platz mit Denkmal (keine Ahnung was das darstellt). (Foto: Thomas Weinhold).

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Der Blick über den See im abendlichen warmen Licht ….

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… und nur wenige Minuten später kurz vor Sonnenuntergang.

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Am nächsten Morgen überquerten wir wieder diese Holzbrücke zurück nach Ruanda. (Foto: Thomas Weinhold).

Weiter geht es in Teil 2