Willkommen in Uganda…
…einem der schönsten Länder der Welt – der „Perle Afrikas“

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© Radmila Kerl

Ob wegen seiner Bewohner, der zahlreichen Wildtiere in den Nationalparks – oder wegen seiner einmaligen und sehr abwechslungsreichen Landschaften: Man kann sich heute immer noch Winston Churchill uneingeschränkt anschließen, der Uganda einst als die „Perle Afrikas“ bezeichnete. Denn wo sonst kann man schneebedeckte Berggipfel am Äquator besteigen, frei lebenden Berggorillas im undurchdringlichen Regenwald begegnen – oder das lebendige, unverfälschte Treiben der außergewöhnlich freundlichen – und stets gut gelaunten – Menschen auf deren Märkten beobachten?

Der Name Uganda stammt vom Königreich Buganda, das den südöstlichen Teil des heutigen Landes umfasste. Es kann nicht nur als „Perle“, sondern – geografisch gesehen – auch als „Herz“ Afrikas bezeichnet werden. Uganda liegt quasi im Herzen des afrikanischen Kontinents. Abgesehen von der Haupt- und Millionenstadt Kampala ist Uganda eher von kleineren Städten und Siedlungen geprägt. Nur wenige überschreiten die Grenze von 100.000 Einwohnern zur Großstadt.

Eingebettet zwischen dem Ost- und dem Zentralafrikanischen Grabenbruch grenzt Uganda an Kenia im Osten, an Tansania und Ruanda im Süden, an die Demokratische Republik Kongo im Westen und an den jungen Staat Südsudan im Norden. Bei einer Gesamtfläche von rund 241.000 km2 (dies entspricht in etwa der Größe Westdeutschlands vor der Wiedervereinigung) entfallen ca. 17 % auf Wasserflächen.

Superstar ist dabei der Viktoria-See, mit 68.000 km2 fast so groß wie Bayern. Der größte See Afrikas ist nach dem Kaspischen Meer in Westasien und dem Lake Superior in Nordamerika der drittgrößte See der Welt. In Jinja, auf einer Höhe von über 1.100 m entspringt in Uganda aus dem riesigen See der Viktoria-Nil. Mit seinen 6.671 Kilometer Länge kämpft der Nil nur noch mit dem Amazonas um die Bezeichnung „längster Fluss der Welt“. Auf seiner langen Reise zum Mittelmeer durchfließt der Viktoria-Nil Zentraluganda bis zum Albert-See, wird von hier bis zur sudanesischen Grenze zum Albert-Nil und danach als Weißer Nil bezeichnet. Er bildete früher auch die Grenze zwischen den beiden vorherrschenden Sprachgruppen in Uganda.

Obwohl neben der Amtsprache Englisch über 30 verschiedene Stammessprachen gesprochen werden, gehört die Bevölkerung überwiegend den zwei größten Sprachgruppen Afrikas an: den Bantusprachigen Völkern in Süd- und Zentraluganda und den nilotisch sprechenden Völkern, angesiedelt im Norden und Nordosten. Aber wo immer man in Uganda auch unterwegs ist: Es begegnen einem überaus freundliche, herzliche und Besuchern gegenüber aufgeschlossene Menschen.

Heute leben in Uganda mehr als 38 Millionen Menschen, davon sind ca. 90 % Christen und ca. 10 % Muslime. Die Ugander sind ein junges Volk: Über 70 % der Bevölkerung sind unter 24 Jahre alt; im Schnitt hat jede Familie sieben Kinder.

Ackerbau und Export

Sie strahlen Frische aus, bedecken sanfte Hügel wie Hochflorteppiche und sind in allen Grüntönen schattiert: Teeplantagen so weit das Auge reicht. Circa 24 Millionen Menschen, die Mehrheit der Ugander, leben von Ackerbau und Viehzucht. Der Boden galt von jeher als ein Geschenk der Natur, bestenfalls als Gemeinschaftsbesitz. Einzelnen Menschen konnten nur bestimmte Nutzungsrechte zugesprochen werden, was bei der Kolonialisierung zwangsläufig zu Konflikten führte. Während in trockenen Regionen hauptsächlich Hirse angebaut wird, gedeihen in feuchten Gegenden auch Maniok, Süßkartoffeln und Bananen. In den wasserreicheren Gebieten leben die Menschen von Reisanbau und Fischfang.

Der Agrarsektor ernährt nicht nur 90 % der Bevölkerung, sondern sichert auch 80 % der Exporteinnahmen. Für den Export werden Cash-crops kultiviert. In erster Linie Kaffee, Tee, Tabak und Baumwolle, aber neuerdings auch nicht traditionelle Exportprodukte: Honig, Trockenfrüchte, Vanille (mehr als 10 Mio. Tonnen pro Jahr) und vor allem Schnittblumen tragen zur Diversifizierung in der Landwirtschaft bei. Zu einem weiteren wichtigen Exportgut haben sich Nilbarsche aus dem Viktoria-See entwickelt.

Immer ein Grund zum Feiern

In Uganda gibt es immer Anlässe zu ausgedehnten Feiern! Hauptfestivitäten – mit oft tagelangen Feierlichkeiten – sind Geburt, Taufe, Beschneidung, Heirat und Beerdigung. Daneben gibt es noch die üblichen christlichen, islamischen und staatlichen Feiertage. Sitten und Bräuche sind so vielfältig wie die unterschiedlichen Volksgruppen.

Musik und Tanz sind wichtige Bestandteile der einheimischen Kultur. Die Batoro zum Beispiel benutzen zwei Arten von Trommeln: die Omugarabi, eine große schlanke Trommel, und eine kleinere namens Embutu. Das Zusammenspiel mehrerer Trommler, vor allem beim traditionellen Runyege-Tanz, ist sehr beeindruckend. Frauen schwingen ihre mit Grasröcken bekleideten Hüften zum Trommelschlag, die Männer tragen Rasseln aus Kürbissen an den Füßen und Händen – und stehen den Frauen im Hüftschwung in nichts nach.

Bei den Bakonjo dauert eine Hochzeitszeremonie drei ganze Tage. Obwohl der Einfluss der Eltern bei der Partnerwahl mittlerweile zurückgegangen ist, wird selten gegen den erklärten Willen der Eltern eine Ehe geschlossen. Es wird ein Brautpreis gezahlt, eine Art Abfindung für ihre Familie, der eine Arbeitskraft verloren geht. Nach der Eheschließung und Geburt der Kinder wird es sehr schwierig, eine Ehescheidung mit rechtlichen Mitteln zu erreichen. Falls sich allerdings die Frau als unfruchtbar oder gar ungehorsam erweist, ist der Mann berechtigt, sie zu ihren Eltern zurückzuschicken. Das kommt einer Scheidung gleich. Umgekehrt geht das allerdings nicht …

Nachdem Uganda 1962 aus dem britischen Protektorat entlassen worden war und die politische Unabhängigkeit erlangte, war das Land über zwanzig Jahre lang durch die Gewaltherrschaften Milton Obotes (1966–1971 und 1980–1985) und Idi Amins (1971–1979) für jede Art von Tourismus verschlossen. Das ändert sich stetig seit 1986. Seitdem regiert der heute noch amtierende Präsident Yoweri Museveni. Heutzutage gewinnt der Tourismus immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung.

Lassen Sie sich entführen in das grüne Herz Afrikas, kommen Sie mit in eine wunderbare tropische Landschaft, mystische Bergnebelwälder und tauchen Sie ein in eine fantastische Bergwelt mit ihren Riesenpflanzen. Spannende Begegnungen mit Menschen und Tieren warten auf Sie – „Willkommen!“ oder „Auf ein Wiedersehen!“ in Uganda!

Zu Besuch in der Wildnis: Safari!

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© Andreas Klotz

Tiere in einer vom Menschen weitgehend unberührten Natur – Tierarten in großer Vielzahl – Tiere, die dem Menschen gefährlich werden könnten – eine Welt, in der ausgeklügelte Überlebenstechniken auf ausgefeilte Jagdmethoden stoßen – all das bieten die Nationalparks Ugandas. Dem Besucher eröffnet sich ein breites Spektrum, viel ursprünglicher und grüner (es gibt keine so langen und ausgeprägten Trockenzeiten) als bei den Nachbarn in Kenia und Tansania.

Warum „Safari“? Wir Deutschen und andere Europäer reisen bekanntermaßen gerne und viel. Wenn es ins „dunkle Afrika“ geht, dann wird die „normale“ Urlaubsreise zur Safari. Was ist denn so anders, so faszinierend, dass wir das Wort aus der Swahili-Sprache Ostafrikas – das wiederum seine Wurzeln in dem arabischen Wort safar (die Reise) hat – immer dann verwenden, wenn es in die afrikanischen Nationalparks mit ihrer einmaligen Tierwelt geht?

Sind es Erinnerungen an die Entdeckungsreisen eines David Livingstone, John Speke und Henry Morton Stanley auf der Suche nach den Nilquellen – oder die Schilderungen von Jagdsafaris der Großwildjäger, deren so genannte Big Five auch bei den heutigen (unblutigen) Foto-Safaris für Adrenalinschübe sorgen? Big Five, die großen Fünf, das sind die afrikanischen Großtiere, die dem Jäger am gefährlichsten werden konnten: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard. Vielleicht spielte aber auch schon damals Marketing eine Rolle, denn ein Flusspferd ist mindestens so Respekt einflößend wie ein afrikanischer Büffel, bot aber keine so schöne Trophäe, die man an die Wand hängen oder verkaufen konnte …

Was auch immer heute den Ausschlag geben mag: Eine Safari in die Mitte Afrikas, nach Uganda, weckt Spannungen, macht aber vor allem neugierig! Es geht hier nicht mehr nur um das Beherrschen technischer Errungenschaften – den „Mausklick“ – sondern um den Gebrauch unserer Sinne, unserer Instinkte.

Queen Elizabeth National Park

Eigentlich verdanken wir diesen Nationalpark – wie so manche andere in Afrika auch – einem ungeliebten Quälgeist: der Tsetsefliege. Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Rinderpest bereits viele Hirten aus dem Gebiet im Südwesten Ugandas vertrieben, und als Anfang des 20.Jahrhunderts die Schlafkrankheit verstärkt auftrat, wurde die Besiedelung der Region nahezu aufgegeben. 1925 wurde um die Seen George und Edward ein Refugium für Elefanten als Wildschutz-Reservat ausgewiesen. Im Jahr 1952 folgte die Heraufstufung zum Nationalpark bei gleichzeitiger Umbenennung in Kazinga National Park. Der Name stammt von der natürlichen Wasserverbindung zwischen den beiden Seen, dem Kazinga-Kanal. Nur zwei Jahre später hat man den Namen anlässlich eines Besuches der englischen Königin zu deren Ehren in Queen Elizabeth National Park (QENP) geändert. Während der Schreckensära von Idi Amin trug der Park zeitweise den Namen Rwenzori National Park. Er verlor damals leider einen großen Teil seines Wildtierbestandes. Seit 1990 ist eine kontinuierliche Erholung zu registrieren.

Der QENP erstreckt sich über den Äquator im westlichen Teil Ugandas, entlang der kongolesischen Grenze auf Höhen zwischen 900 und 1.400 Metern. Er hat eine Fläche von knapp 2.000 km2. Im Norden des Parks erhebt sich das mächtige Ruwenzorigebirge, und im Süden liegen der Bwindi-Nationalpark und (im Dreiländer-eck mit der Demokratischen Republik Kongo und Ruanda) die Virunga-Vulkane. Geteilt wird der QENP in einen nördlichen und einen südlichen Bereich, und zwar durch den o. g. Kazinga-Kanal. Dieser ist etwa 35 km lang und wegen seiner geringen Wassertiefe eine Hochburg der Flusspferde.

Lake-Mburo-Nationalpark

Etwa auf halber Strecke zwischen Edward- und Viktoria-See liegt der Lake-Mburo-Nationalpark, der außer dem gleichnamigen See noch eine Reihe weiterer kleinerer Seen umfasst. Der Park liegt nahe dem Äquator, hat nach einigen Verkleinerungen aber nur noch eine Größe von 370 km2 und beherbergt keine Großtiere (Elefanten, Büffel, Löwen) mehr. Dafür findet man hier die sonst in Uganda nicht vorkommenden Impalas und, ebenfalls einmalig in Uganda, Zebras. Auf geführten Pirschwanderungen konnten wir uns ganz nah zwischen den Tieren bewegen. Nebenbei: Auch hier war die Tsetsefliege Grund für die Ausweisung als Schutzgebiet, sie wurde allerdings mit sehr radikalen Mitteln weitgehend ausgerottet.

Der Campingplatz liegt malerisch am See, und fast schon routiniert wurde unser Lager aufgeschlagen. Die „Nebelhörner“ konnten wir schon identifizieren: Es waren Flusspferde, die sich gegenseitig Respekt verschaffen wollten. Wir aber wollten schlafen und früh morgens eine weitere Fußpirsch machen. Also rein in den Schlafsack und Augen zu. Kurz danach ist Wecken, noch schnell einen Kaffee und dann zum Treffpunkt mit einem Ranger – der aber doch ein Gewehr trägt (es gibt doch keine gefährlichen Tiere im Park?) – und es ging zu Fuß weiter. Jetzt war kein schützendes Blech mehr um einen, dafür gab es aber auch keinen Benzingeruch und keine Motorengeräusche. Wir rochen den nassen Boden, fremde Düfte und hörten Vogelgezwitscher und laute, eindrucksvolle Warnrufe – von Antilopen, wie wir dann lernten. Zebras, Impalas und Wasserböcke sind aufmerksam: Wer beobachtete da eigentlich wen? Manchmal hatten wir das Gefühl, sie seien neugierig. Ab einer gewissen Nähe war dann aber eine Grenze unterschritten und sie entfernten sich. Das geschah mal gemächlich, mal in rasender Geschwindigkeit. Natürlich versuchten wir auch wieder, diese bunten Federbälle (Bienenfresser, Eisvögel) zu erwischen – im Großformat versteht sich! Es kostete viel Geduld und viele Versuche. Ganz nebenbei entfaltete die aufsteigende Sonne eine ganz andere Wirkung, als dies im Schatten eines Autodachs mit etwas Fahrtwind zu spüren war. Im Camp schmeckten Eier und Speck dann noch mal so gut, und es war schade, dass wir Abschied nehmen mussten – kwaheri, auf Wiedersehen, Uganda!