Galápagos
Karges Archipel mitten im Pazifik

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© Martin Ruhnke

Galápagos – seit Charles Darwins Aufsehen erregenden Entdeckungen Anfang des 19. Jahrhunderts ist diese Inselgruppe in den Köpfen der Menschen mit archaisch anmutenden Echsen und einer reichen Tierwelt, die es sonst nirgendwo gibt, verbunden. Die Islas Galápagos, wie sie auf Spanisch genannt werden, oder das Archipiélago de Colón, das Kolumbusarchipel – so heißen die Inseln offiziell – sind tatsächlich die Heimat einer Reihe von Tieren, die hier endemisch sind. Auf etwa 40 Prozent der Tierarten trifft das zu. Darwin erkannte dies frühzeitig und nutzte diesen besonderen Umstand, um seine Evolutionstheorie zu untermauern. Die Erkenntnisse, die er damals gewann, bilden bis heute die Grundlage der modernen Biologie. Sein nur einen Monat dauernder Besuch auf Galápagos bedeutete für ihn einen großen Einschnitt im Leben, und auch heute lösen die Inseln bei Besuchern oft ein neues Bewusstsein für die Natur aus.

Es ist vor allem die große Entfernung zum Festland und die Abgeschiedenheit, die zu der Sonderstellung des Archipels geführt haben. 1.000 Kilometer Wasser trennen die Galápagos-Inseln von Ecuador, dem Land, zu dem sie politisch gehören. Durch diesen Umstand entwickelten sich die Tiere und Pflanzen, die durch Strömungen, Wind oder Vögel auf die Inseln hinübergetragen wurden, unabhängig von ihren Artgenossen auf dem Festland. Zwischen ihnen gab es keinen bemerkenswerten Austausch, und genetische Mutationen, die Grundlage der Darwinschen Evolutionstheorie, kamen wegen der kleinen Populationen sehr viel schneller zum Tragen als dort, wo auf einer großen Landfläche immer wieder Kreuzungen stattfanden.

Costa Rica
Gelebter Naturschutz in Mittelamerika

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© Britta Wulfekammer

In dem schmalen Landstrich, der Nord- und Südamerika miteinander verbindet, umgeben von Pazifik und Karibik, Panama im Süden und Nicaragua um Norden, liegt Costa Rica mit einer Fläche halb so groß wie Island. Die Verbindung zwischen den Rocky Mountains und den Anden zieht sich als Gebirgszug durch das Land. Vulkane und wunderschöne Palmenstrände prägen die Landschaft. In diesem Land, das als einziges in Mittelamerika auf eine lange Phase gewachsener Demokratie zurückblicken kann, stehen mittlerweile 27 Prozent der Fläche unter Naturschutz, und es ist daher ein faszinierendes Ziel für Abenteuer- und Naturliebhaber.

Aktive Vulkane und atemberaubende Strände

Landschaftlich hat Costa Rica eine Menge zu bieten. In der großen Ebene in der Mitte des Landes, dem Valle Central, befindet sich San José, die Hauptstadt des Landes, mit knapp 350.000 Einwohnern. Die beiden Vulkane Irazú und Poás mit den zugehörigen Nationalparks sind nicht weit entfernt, und die Hälfte der Ticos – so nennen sich die Costa Ricaner selber – sind in dieser Gegend ansässig, da der Boden sehr fruchtbar ist: Hier wird schon seit dem 18. Jahrhundert Kaffee für den Export nach Europa angebaut. Die Berge strecken sich über 3.000 Meter in den Himmel und bilden dadurch eine atemberaubende Kulisse.
Östlich dieses Hochtals, an der Karibikküste eröffnet sich den Besuchern eine vollkommen andere Welt: Hier legte Kolumbus 1502 nach einem Taifun an und betrat als erster Europäer einen Landstrich, den er später als Costa Rica – die reiche Küste – bezeichnete. Traumhafte Strände mit Kokospalmen im Süden und verzweigten Systemen aus Kanälen im Norden sorgen für ein karibisches Lebensgefühl.
Auf der anderen Seite, an der zentralen Pazifikküste fallen ebenfalls weite Strände sanft ins Meer hinab, doch ist die Strömung hier so stark, dass das Schwimmen extrem gefährlich ist. Nicht wenige Badeurlauber sind dem Pazifik schon zum Opfer gefallen. Dennoch sind die Strände ein beliebtes Ziel der Einheimischen und wegen des starken Wellengangs zieht es viele Surfer an diese Küste.
Im Norden schiebt sich die Peninsula Nicoya in den Pazifik – eine 120 Kilometer lange und 50 Kilometer breite Halbinsel, die mit 1.000 Meter hohem Hügelland und Savannen aufwartet. Ihre Strände ziehen besonders viele Badeurlauber und Wellenreiter an.
Fast schon an der Grenze zu Panama stößt die Peninsula de Osa in den Pazifik vor. Während das Landesinnere hier eher arm an Tierarten ist, sind vor allem die Küsten sehr artenreich. Seeigel und Seesterne lieben das Wasser dieser Region, Wale und Delfine ziehen vorbei und die zahlreichen Korallenbänke bieten unzähligen Fischarten eine sichere Heimat. Auf dieser Halbinsel befindet sich außerdem der größte Mangrovenwald der mittelamerikanischen Staaten.

Corcovado

Der Nationalpark Corcovado ist einer der sehenswertesten in Costa Rica. Jedes Jahr zieht er unzählige Vogelliebhaber und Fotografen an, die die in bunten Farben schillernden Vögel und Pflanzen als Erinnerung festhalten. Der „ungeschliffene Diamant“ – so wird dieser Nationalpark oft wegen seiner großen Artenvielfalt genannt. Und kaum eine andere Bezeichnung trifft es so passend wie diese.
Über 350 unterschiedliche Vogelarten, über 100 Reptilien- und Amphibienarten, etwa 140 Säugetierarten und nahezu 6.000 Insektenarten sollen auf dem 40.000 Hektar großen Gelände an der Küste der Halbinsel Osa leben. Und tatsächlich kann der Besucher kaum einen Schritt tun, ohne einem der zahlreichen Tiere zu begegnen. Der Blaureiher und der Schneesichler, der Erzfischer und der Kahnschnabel sind nur ein paar Beispiele für die faszinierenden Vögel, die hier die Lüfte, Flüsse und Bäume beleben.

Auyan Tepui
Eine Insel über den Wolken Venezuelas

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© Andreas Klotz

Tepuis, „Sitze der Götter”, heißen die über 100 mächtigen, bis in 3.000 Meter Höhe steil aufragenden Tafelberge in der Gran Sabana, einer Hochebene in Venezuela. Sie zählen zu den unzugänglichsten Orten auf der Erde. Nur wenige wurden bislang erforscht, die meisten sind unbesteigbar. Ihre „flachen“ Gipfel – zerklüftete Felslabyrinthe, ähnlich einer Urlandschaft – sind meistens in den Wolken verborgen. Eine Besteigung ist ein einzigartiges Erlebnis! Fleischfressende Pflanzen, Orchideen, Farne und sogar Palmen wachsen aus fast jeder Felsspalte. Flüsse fließen auf der Oberfläche und stürzen als gewaltige Wasserfälle über den Rand der Plateaus hinunter.

Älter als steinalt

Das Hochland von Guyana ist eine der ältesten Landschaften der Erde. Es erhebt sich südöstlich des Orinoco. Dieses Hochland, das von Plateaus und Nebenflüssen des
Orinoco geprägt ist, nimmt mehr als die Hälfte der Landesfläche Venezuelas ein. Der auffälligste Bereich dieser Region ist die Gran Sabana – eine 450.000 Quadratkilometer umfassende Hochebene. Sie ist umschlossen von bis zu 1.000 Meter hohen Gebirgsketten. Im Laufe von Jahrmillionen wurden hier Sandsteinmassen abgetragen, und übrig blieben zerklüftete Täler und gewaltige, massive Tafelberge. Niemand wird beim Anblick dieser gigantischen Felsklötze bezweifeln, dass es sich um uralte Gesteinsformationen handelt.
Die 115 verschiedenen, größtenteils noch völlig unerforschten Tepuis in diesem Gebiet zeichnen sich durch eine einzigartige und eigentümliche Flora und Fauna auf ihren Hochplateaus aus, denn auf Grund der Isolation haben sich viele endemische Arten entwickelt – manche kommen nur auf einem einzigen Tafelberg vor. Die meisten Tepuis sind unbesteigbar – manche sogar mit dem Helikopter aufgrund der unbeständigen Witterung nicht sicher erreichbar. Es sind wirklich die letzten weißen Flecken auf der Landkarte …

Canaima-Nationalpark

Von den Tafelbergen in der Gran Sabana stürzen die höchsten Wasserfälle der Welt, wie z. B. der Salto Kukenam und der Salto Angel. Letzterer ist mit fast 1.000 Metern Fallhöhe der höchste bekannte Wasserfall der Welt. Er ist damit natürlich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Canaima-Nationalparks, der 1962 gegründet und 1994 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ausgerufen wurde.
In manchen Tafelbergen gibt es darüber hinaus spektakuläre Höhlensysteme wie das Muchimuk-Höhlensystem im Churí-Tepui, die Cueva Ojos de Cristal im Roraima-Tepui oder die Schachthöhlen des Sarisariñama-Tepuis. Mit seinen rund 30.000 Quadratkilometern gehört der Canaima-Nationalpark zu den größten der Welt. Er liegt im venezolanischen Bundesstaat Bolivar und grenzt im Süden an Brasilien und Guyana.