Sambia Simbabwe
Das geheime Paradies – Afrikas bestgehütetes Geheimnis

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© Norman Schäfer

Mitten im südlichen Afrika liegen Sambia und Simbabwe, ohne Anschluss ans Meer, mit traumhaften Landschaften und subtropischem Klima. Die Länder bergen unfassbare Schätze der Natur: Beinah 90 große Säugetierarten durchstreifen die grasbewachsenen Savannen, über 50 Reptilienarten winden sich über die sandigen Böden und durch sumpfige Überschwemmungsgebiete. Mehr als 700 Vogelarten bevölkern die Lüfte und über 500 Schmetterlingsarten scheinen nur zu existieren, um unser Auge zu erfreuen. Hier scheint die Zeit für einen Moment den Atem anzuhalten.

Sambia – der Aufstieg eines Landes

Umgeben von den Staaten Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botswana und Namibia liegt Sambia mitten im Herzen des südlichen Afrika. Der Name des Landes leitet sich vom Fluss Sambesi ab, der den Staat im Westen durchfließt und im Süden die Grenze zu Namibia und Simbabwe darstellt. Über die weltberühmten Victoriafälle stürzt der majestätische Fluss an der Grenze zu Simbabwe in die Tiefe.

Wenige Menschen auf großer Fläche

Knapp 13 Millionen Menschen leben hier auf einer Fläche von 752.000 Quadratkilometern – das ist mehr als die doppelte Fläche Deutschlands. In der Mitte des Landes beherbergt die Hauptstadt Lusaka auf einer Hochebene etwa zwei Millionen Einwohner. Die Stadt wurde erst 1905 gegründet und 1935 zur Hauptstadt der britischen Kronkolonie Nordrhodesien erklärt. Seitdem ist sie eine der am schnellsten wachsenden Städte auf dem afrikanischen Kontinent.
Das subtropische bis tropische Klima Sambias hat durch die zum großen Teil aus Hochebenen bestehende Landschaft gemäßigte Temperaturen. Im Norden des Landes befinden sich das Bangweulubassin, das den Boden eines riesigen Kraters darstellt, und das Quellgebiet des Sambesi. Im Westen besteht die Landschaft vor allem aus der flachen Sandwüste der Kalahari. Entlang des Sambesi-Steilhanges erstrecken sich fulminante Reliefs. Der größte Teil des Landes ist jedoch von Waldsavannen bedeckt.

Riesige Naturparks dominieren die Landschaft

Etwa acht Prozent des sambischen Staatsgebiets stehen heute unter Naturschutz und in weiteren 33 % der Flächen gibt es hohe Auflagen zur Nutzung des Landes.
Der Kafue Nationalpark im Süden Sambias ist der größte und älteste Park des Landes und gehört zugleich zu den größten Nationalparks der Welt. In diesem Park gibt es vor allem Miombowälder mit wenig Unterholz, aber auch die großen Überschwemmungsflächen der Busanga Plains, die überwiegend von Gras bewachsen sind. Die Vielfalt der hier lebenden Tierarten ist überwältigend: Elefanten und Flusspferde, Büffel, Zebras und Sitatungas, Gnus, Wasserböcke, Impalas und viele andere Pflanzenfresser durchstreifen hier regelmäßig die Gebiete. Desgleichen die Großkatzen Löwen, Geparden und Leoparden. Sehenswert ist aber wohl in erster Linie die enorme Antilopenpopulation dieses Parks.

Graue Dickhäuter sind die heimlichen Herrscher der Savannen

Der Lower Sambesi Nationalpark etwas weiter im Osten ist zwar deutlich kleiner, bietet dafür jedoch viel Abwechslung. Über 120 Kilometer erstreckt er sich entlang des Sambesi, das Escapment (die Randstufe) tritt hier sehr nah an den Fluss heran und ist als geografische Trennlinie weithin sichtbar. Die Elefantenpopulation, die durch den illegalen Handel mit Elfenbein stark dezimiert war, hat sich heute wieder erholt und auch die Löwen sind glücklicherweise zurückgekehrt.
Der Luangwa South Nationalpark, der sich zwischen dem Escarpment und dem ganzjährig Wasser führenden Luangwa-River erstreckt, ist der bekannteste Park in Sambia, denn hier lebt eine der größten Flusspferd-Populationen Afrikas.

Ein unfassbar tiefer See und ein atemberaubender Wasserfall

Im Norden des Landes tritt man auf die drei Seen Mweru, Tanganyika und Bangweulu, die mit ihren Sumpfgebieten ein Anziehungspunkt für riesige Vogelschwärme sind. Die Bangweulu-Sümpfe sind jedoch sehr schwer zugänglich, da sie die Hälfte des Jahres unter Wasser stehen. Der Tanganyika-See, der sich auf den Grenzen zwischen der Demokratischen Republik Kongo, Tansania, Sambia und Burundi weit nach Norden erstreckt, hat mit einer unerwarteten Besonderheit aufzuwarten: Er ist nicht nur 673 Kilometer lang, er ist auch mit 1.470 Metern Tiefe der tiefste See in Afrika und der zweittiefste See der Welt, nach dem Baikalsee.
Der südwestliche Teil Sambias ist vom Sambesi und seinen Nebenflüssen durchzogen. In seinem Verlauf quert der gewaltige Strom auch den Mosi-oa-Tunya Nationalpark, der zwar der kleinste, aber dennoch der am besten besuchte Park Sambias ist. Der Grund dafür liegt in einem Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht: Die Victoriafälle. Auf einer Breite von 1,5 Kilometern stürzt der Fluss über mehr als 100 Meter in die Tiefe. Ein atemberaubendes Inferno, das seine Gischt in bis zu 500 Metern Höhe schleudert.
Der Sambesi stellt auf einer langen Strecke die Grenze zum benachbarten Simbabwe dar. Dieses Nachbarland hat in dem Maße, in dem sich Sambia als Reiseziel etabliert, langsam an Bedeutung verloren.

Simbabwe – Ein Land kommt nicht zur Ruhe

Wie kaum ein anderes afrikanisches Land hat die Kolonialzeit der Briten den Staat Simbawbe in einen nachhaltig wirkenden Unruhezustand geworfen, der bis heute anhält. Dabei war das Land über lange Zeit touristisch gut erschlossen und hat wie viele seiner Nachbarländer unfassbar schöne Naturparks zu bieten. Großkatzen und Elefantenherden gehören hier zum normalen Bild, die Victoriafälle und die Ruinen von Great Simbabwe sind einen Besuch wert.
Die ehemalige britische Kronkolonie Südrhodesien, die 1980 in die Unabhängigkeit entlassen wurde, kämpft seit Langem um ein demokratisches System. 1965 hatte sich die weiße Regierung einseitig unabhängig erklärt, war jedoch auf Gegenwehr der britischen Regierung gestoßen. Simbabwe wird seit vielen Jahren von Robert Mugabe regiert, der das Land auch zunächst zum Vorbild für eine zügige Demokratisierung machte. Doch in der Zeit zwischen 1990 und 2009 verschlechterte sich die Situation für die Bevölkerung wegen verschleppter Landreformen und der Enteignung weißer Farmer dramatisch.
Mit seinen über 390.000 Quadratkilometern Staatsfläche ist Simbabwe etwas größer als Deutschland, beherbergt jedoch erheblich weniger Einwohner: Knapp 12 Millionen Menschen wohnen hier. Allerdings leben zusätzlich noch etwa vier bis fünf Millionen Simbabwer im ausländischen Exil, da sich die Lebensbedingungen in ihrer Heimat katastrophal verändert haben.

Trockene Savannen und unendliche Wassermassen

Das Land hat keinen eigenen Zugang zum Meer, sondern ist ringsherum von Südafrika, Botswana, Sambia und Mosambik umgeben. Das Klima ist größtenteils subtropisch mit schwülheißen Sommern und trockenen Wintern. Größtenteils ist die Landschaft von Trockensavanne oder Trockenwäldern geprägt, in denen Affenbrotbäume und Schirmakazien für Schatten sorgen. Die Gräser der Savannen erreichen oft eine Höhe von zwei Metern, verdorren jedoch in der Trockenzeit.
Der Sambesi bildet die gesamte Nordgrenze zu Sambia. Hier befinden sich auch die aufsehenerregenden Victoriafälle, die jedes Jahr Tausende von Besuchern ins Land locken. Diese Landschaft im Nordwesten ist geografisch betrachtet das Tiefland Simbabwes und setzt sich vom zentralen Hochland ab, das seit Langem bevorzugtes Siedlungsgebiet und zugleich eine entscheidende Wasserscheide ist.

Gegensätzliche Völker

Die Schona, eine Volksgruppe der Bantu, bilden den größten Bevölkerungsteil. Diese Menschen verstehen sich in erster Linie als Mitglieder einer Gemeinschaft innerhalb ihrer Traditionen. Die zweite große Gruppe der Bantu in Simbabwe sind die Ndebele, die eng mit den Zulu verwandt sind und in ihrer Tradition kriegerischer aufgestellt sind als die Schona.

Viele Völker besiedeln eine Landschaft

Aus der Zeit um 50.000 vor Christus sind die ersten Zeugnisse einer Besiedlung Simbabwes nachweisbar, doch die heute im Land lebenden Schona kamen erst im 11. Jahrhundert in diese Gegend. Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert erblühte Groß-Simbabwe zu einem mächtigen Großreich, von dessen Existenz noch heute die Ruinen im Südosten des Landes zeugen. Die Bodenschätze, die fruchtbaren Böden und der Wasserreichtum waren schon seinerzeit das Kapital der Schona. Dennoch führte eine Hungersnot im 15. Jahrhundert zum Zerfall des Großreiches in die Reiche Monomotapa und Torwa, die Ende des 17. Jahrhunderts vom Rowzi-Reich verdrängt wurden.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wanderten die Ndebele auf der Flucht vor einem Zulu-König und den Buren in das Stammesgebiet der Schona ein und vertrieben sie teilweise. Wer nicht floh, wurde unterworfen. Doch in den neuen Gebieten erging es ihnen nicht viel besser, denn hier stritt der Großunternehmer Cecil Rhodes mit den Briten und den Buren um Schürfrechte, bis die britische Krone das Land 1891 zum Protektorat Südrhodesien ernannte.

Die Rassentrennung wird institutionalisiert

Im Aufstand gegen die weißen Besetzer in ihrem Land schlossen sich die Schona und Ndebele 1896 zum gemeinsamen Kampf zusammen, wurden jedoch niedergeschlagen. Kurz darauf besiedelten weiße Farmer das Land und in der Folge wurde die Trennung zwischen Schwarzen und Weißen immer mehr etabliert. Wohnen, Arbeiten, ja selbst die öffentlichen Toiletten waren strikt getrennt. Eine Apartheid unter anderem Namen war institutionalisiert.
Nach der kurzen Zeit der Zentralafrikanischen Föderation traten Sambia und Malawi 1964 in die Unabhängigkeit ein. Die weiße Regierung Simbabwes forderte diesen Schritt ebenfalls, konnte sich aber nicht gegen die britische Regierung durchsetzen. Diese wollte die Unabhängigkeit erst nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts zulassen. Eine weiße Minderheitsregierung unter Ian Smith erklärte daraufhin 1965 einseitig die Unabhängigkeit. In den folgenden Jahren versank das Land in immer wieder aufflackernden Freiheitskriegen und es dauerte noch bis 1980, bis endlich freie Wahlen und danach die Unabhängigkeit von der britischen Krone durchgesetzt wurden.

Die Naturparks am Sambesi

Der Mana Pools Nationalpark am Südufer des Sambesi wurde 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt – er ist den schwankenden Wasserständen des Grenzflusses unterworfen. Vor allem in der Trockenzeit trifft man hier regelmäßig auf das klassische Großwild wie Löwen, Elefanten, Büffel, Leoparden, Geparden, Nilkrokodile und Flusspferde. Zum Zeitpunkt der Gründung des Parks Anfang der 1980er-Jahre lebten hier noch etwa 500 Spitzmaulnashörner, die allesamt Wilderern zum Opfer gefallen sind.
An der Grenze zu Botswana, in den Ausläufern der Kalahari befindet sich einer der größten afrikanischen Nationalparks: Der Hwangwe-Nationalpark beherbergt ebenfalls nahezu alle der afrikanischen Wildtiere, die der Besucher auf einer Safari erwartet. Vor allem die Elefantenpopulation hat sich in diesem Park in den letzten Jahrzehnten deutlich erholt.

Die Victoriafälle und die Mutarazi-Fälle

Die Victoriafälle im Westen des Sambesi sind als atemberaubendes Naturschauspiel weltweit bekannt. Ein kleiner Nationalpark schließt sich direkt gegenüber den Wasserfällen an, in dem sich durch die ständige Gischt der Wasserfälle auf der simbabwischen Seite des Sambesi ein Regenwald mit seiner klassischen Artenvielfalt angesiedelt hat.
Und schließlich beeindrucken die herrlichen Berglandschaften der Eastern Highlands an der Grenze zu Mosambik die Besucher immer wieder. Hier befinden sich auch die Mutarazi-Fälle, die mit einer Höhe von 760 Metern die fünfthöchsten Wasserfälle der Welt sind.
Sehenswert sind auch der Matobo Nationalpark bei Bulawayo, der Stausee des Sambesi, der Lake Kariba, und Entwicklungspotenzial bietet der Gonarezho Nationalpark als Teil eines Transfrontier Nationalparks mit Südafrika.