Panzernashörner (auch indische Nashörner genannt) waren früher über den gesamten indischen Subkontinent verbreitet, ihre Vorgänger noch weiter – heute leben nur noch ungefähr 2.800 Tiere im Norden Indiens und in Nepal in geschützten Gebieten – davon etwa 70 Prozent im Kaziranga Nationalpark. Sie sind stark gefährdet und vom Aussterben bedroht. Neben ihrem afrikanischen Vetter, dem Breitmaulnashorn, und drei Arten von Elefanten, sind sie die fünftgrößten Landsäugetiere der Welt. Ihren deutschen Namen haben sie von ihrer etwa vier Zentimeter dicken Haut, die besonders am oberen Ende der Beine und im Gesäßbereich dicke Falten bildet. Ihr einzelnes Horn sitzt auf der Nase, kann bis zu 30 cm lang werden und etwa zwei Kilo wiegen.

Imposante Panzernashorn-Bullen erreichen bei einer Körperlänge von 3,70 bis 3,80 m und einer Schulterhöhe von 1,70 bis 1,90 m ein Gewicht von 2,2 Tonnen und mehr … und das von „nur“ rund 150 Kilo Gras pro Tag! Ihre Hörner nutzen sie weniger als Waffe, da sind die dolch­artigen, schräg nach vorne stehenden unteren Schneidezähne eher geeignet, einem Gegner gefährliche Wunden beizubringen. Eine Behaarung fehlt ihnen fast völlig, nur an den Wimpern, Ohren und am Schwanz sind wenige Haare vorhanden.
Kühe werden mit etwa fünf bis sieben Jahren geschlechtsreif, männliche Tiere im Alter von etwa acht bis zehn Jahren. Eine Paarung ist das ganze Jahr über möglich, danach trennen sich die Partner wieder und etwa 16 Monate später wird ein einzelnes Kalb geboren. Dieses wiegt bei der Geburt bereits bis zu 75 Kilo und kann nach 30 Minuten schon alleine stehen! In den ersten Tagen trinkt es bis zu 30 Liter Milch und nimmt täglich knapp zwei Kilo zu. Kälber bleiben etwa drei Jahre bei der Mutter, bevor sie vor einer neuen Geburt vertrieben werden.
Panzernashörner haben in freier Natur eine Lebenserwartung von ca. 40 Jahren. Sie haben kaum natürliche Feinde, es kommt allerdings vor, dass Tiger manchmal ein Kalb reißen. Die größte Gefährdung bringt der Mensch, der einerseits den Lebensraum der Tiere immer weiter einengt und sie andererseits wegen ihres Horns jagt, dem in der asiatischen Medizin immer noch heilende Wirkungen nachgesagt werden.
Bevorzugter Lebensraum der Panzernashörner sind offene Graslandschaften mit kurzen Gräsern und sumpfigen Anteilen mit hohem Elefantengras, das als Versteck dienen kann. Kleinere lichte Wälder sind ebenfalls zur Abwechslung willkommen. Dabei profitieren die Nashörner von den Elefanten, die immer wieder dichte Waldfronten aufreißen. Panzernashörner hören sehr gut und sehen sehr schlecht. Sie sind sehr gute Schwimmer und verbringen viel Zeit im Wasser. Sie können unter Wasser grasen. Die meiste Zeit des Tages suhlen und wälzen sie sich am liebsten in Schlammlöchern. Das ist gut für die Kühlung und gegen Parasiten.