Berggorillas sind tagaktive Tiere. Sie leben in Gruppen, wobei die durchschnittliche Gruppengröße die der Flachlandgorillas übersteigt. Meist bestehen Gruppen aus einem erwachsenen männlichen Tier (dem Silberrücken), mehreren Weibchen und deren Jungtieren. Es existieren auch Gruppen mit mehreren erwachsenen Männchen; in diesem Fall übernimmt ein Silberrücken die dominante Rolle. Es gibt eine klare „patriarchalische“ Rangordnung, an deren Spitze der dominante Silberrücken steht. Unter den weiblichen Tieren richtet sich die Rangfolge hauptsächlich danach, wie lange sie bereits mit dem leitenden männlichen Tier zusammenleben. Bei den Jungtieren ist das Alter der bestimmende Faktor. Heranwachsende verlassen mit Erreichen der Geschlechtsreife meist ihre Geburtsgruppe, wobei männliche Tiere häufig vorübergehend zu Einzelgängern werden, während Weibchen sich zu einem einzelnen Mann gesellen oder einer anderen Gruppe anschließen.

Ein ausgeprägtes Territorialverhalten von Berggorillas ist nicht bekannt, aber Silberrückenmänner meiden meist den Kontakt mit anderen Gruppen. Berggorillas sind die am stärksten bodenbewohnende Gorillapopulation. Sie bewegen sich im Knöchelgang fort. Zur Nachtruhe bauen sie sich jeden Abend auf dem Boden ein Schlafnest aus Ästen und Blättern, das sie nur einmal benutzen. Werkzeuggebrauch ist – anders als bei Schimpansen – nur selten beobachtet worden. Sie kommunizieren miteinander unter anderem durch Grunz-laute und Schreie.

Berggorillas sind – wie alle Gorillas – fast reine Vegetarier. Sie ernähren sich von Blättern und Mark, im Bwindi-Wald auch stärker ergänzt durch Früchte. Da die pflanzliche Nahrung vergleichsweise nährstoffarm ist, müssen die mit kräftiger Kaumuskulatur ausgestatteten Tiere sie in großen Mengen verzehren. Sie verbringen daher den überwiegenden Teil des Tages auf Nahrungssuche, wobei die hierbei zurückgelegten täglichen Streifzüge meist weniger als 1 Kilometer betragen.

Berggorillas haben keine feste Paarungszeit, so dass die Fortpflanzung das ganze Jahr über erfolgen kann. Weibchen bringen – ab einem Alter von 10 Jahren – etwa alle 4 Jahre ein einzelnes Jungtier zur Welt; die Tragezeit beträgt ca. 8,5 Monate. Zwillingsgeburten sind selten. Jungtiere werden 3 bis 4 Jahre gesäugt, ein Viertel der Jungtiere stirbt aber schon vor Vollendung des 1. Lebensjahres.