Westliche Flachlandgorillas (Gorilla gorilla) sind den ersten europäischen Entdeckern schon früh begegnet, obwohl eine wissenschaftliche Beschreibung dieser Tiere auch erst im 19. Jahrhundert erfolgte. Deren Bestände werden derzeit (2009) mit noch mindestens 125.000, vermutlich aber sogar 200.000 Tieren angenommen. Weil die mit geschätzten 6.000 Tieren weit kleinere Gruppe der Östlichen Gorillas und Berggorillas aber in schwer zugänglichen Regenwäldern leben, wurden sie – aus europäischer Sicht – recht spät entdeckt. Erst 1903 wurden Berggorillas von dem Berliner Zoologen Paul Matschie beschrieben, nachdem im Jahr zuvor der deutsche Hauptmann Robert von Beringe zwei Exemplare aufgespürt und – ein in diesen Zeiten durchaus übliches Verfahren auf Expeditionen – erschossen hatte. Sie werden heute als Unterart des Östlichen Gorillas aus der Primatenfamilie der Menschenaffen eingestuft und erhielten zu Ehren ihres Entdeckers die wissenschaftliche Bezeichnung Gorilla beringei beringei. Von einigen Forschern werden die Bwindi-Berggorillas sogar als eine von den im Virungagebiet lebenden Berggorillas zu unterscheidende Unterart angesehen.

Berggorillas waren die ersten Gorillas, deren Lebensweise durch langjährige Feldstudien erforscht wurde. Der US-amerikanische Zoologe George Schaller startete damit bereits 1958. 1967 begann die Feldforschung der gleichfalls aus den USA stammenden Dian Fossey, die bis zu ihrer Ermordung in Ruanda 1985 sehr viel zum Grundlagenwissen über diese Tiere beitrug. Beide beobachteten und beschrieben hoch entwickelte, friedfertige, soziale Geschöpfe, die in Familienverbänden leben und sich fast rein vegetarisch ernähren. Sie zeigen gegenseitige Fürsorge und Zuneigung: Sanftmütige Riesen. Damit korrigierten sie das häufig verbreitete und von frühen Afrika-Forschungsreisenden ebenso wie von Hollywood genährte unsinnige Bild vom gewalttätigen Affenmonster, das mordet, raubt und Menschenfrauen verschleppt: King Kong lässt grüßen…

Dian Fosseys Buch „Gorillas im Nebel“ und der gleichnamige spätere Film begründeten das weltweit starke Interesse der Öffentlichkeit an diesen seltenen Primaten. Wer Berggorillas in einem Zoo besuchen will, wird freilich enttäuscht werden. Bei den knapp 800 Gorillas, die weltweit in zoologischen Gärten leben, handelt es sich fast ausschließlich um Westliche Flachlandgorillas. Berggorillas können offenbar nicht mit Aussicht auf langfristige Überlebenserfolge in Gefangenschaft gehalten werden. Wer sie sehen will, muss zu ihnen reisen. Wem die politischen Unsicherheiten und sonstigen Unwägbarkeiten im Kongo oder in Ruanda zu groß sind, dem empfiehlt sich ein Gorilla-Tracking in Uganda, wo seit 1993 Besuche bei habituierten (an Menschen gewöhnte) Berggorillagruppen im Bwindi-Wald möglich sind.