Löwen lebten schon vor 3,5 Millionen Jahren in Afrika. Die Entwicklung der Unterart, die heute noch in Gir lebt, geschah vor etwa 50.000 bis 100.000 Jahren. Die Mähne der Asiatischen Löwenmännchen ist sichtbar weniger stark ausgeprägt und im Bereich der Ohren schwach entwickelt. Die Löwen in Gir haben eine längere Behaarung an den Ellenbogen und die schwarze Schwanzspitze ist oft buschiger. Asiatische Löwen haben fast immer eine Bauchfalte, die längsseits in der Bauchmitte verläuft. Löwenmännchen werden bis zu 190 kg schwer bei einer Körperlänge von 290 cm. Die Schulterhöhe erreicht 110 cm.

Der bevorzugte Lebensraum Asiatischer Löwen sind Laubwälder, Savannen mit Dornwäldern und trockene Gebiete. Die Rudelstärke beträgt oft nur zwei bis sechs Tiere, deutlich kleiner als bei den Afrikanischen Löwen mit bis zu 30 Tieren. Junge Löwen werden nach sechs Monaten von der Mutter entwöhnt und bleiben dann noch rund zwei Jahre im Rudel und lernen die Jagd. Zu ihrer bevorzugten Beute gehören Sambar- und Axis-Hirsche, Antilopen, Gazellen und Wildschweine. Löwen müssen in die Nähe ihrer Beute kommen oder sie einkreisen, da sie eine Geschwindigkeit von bis zu 65 km/h nur kurz durchhalten können. Im Rudel fressen männliche Löwen zuerst, dann die ranghöchsten Löwinnen und zuletzt die jungen Löwen. In Indien wurden die Löwen Anfang des 20. Jahrhunderts praktisch ausgerottet. Mit nur 20 Exemplaren und in Zoos gehaltenen Tieren konnte sich unter strengem Schutz wieder eine kleine Population aufbauen. Der Asiatische Löwe ist durch Inzucht bedroht, der Gen-Pool der Tiere ist sehr begrenzt und es leben zur Zeit nur etwa 175 zeugungsfähige Exemplare. Löwen können sich ganzjährig fortpflanzen. Rund 110 Tage später kommen zwei bis vier hilflose Junge zur Welt. Nach vier Jahren sind die Löwinnen geschlechtsreif, die Männchen folgen ein Jahr verzögert. Sie können sich bis zum 15. Lebensjahr fortpflanzen. Weibchen werden 18-20 Jahre alt, etwa zwei Jahre älter als die Männchen. Die Asiatischen Löwen gelten als extrem bedroht. Im letzten Jahr wurden 100 Junge im Gir Nationalpark geboren, dass sind 20 mehr als sonst.