Emily Turinawe

Das ugandische Schulsystem ist dürftig, sehr dürftig. Die Lehrergehälter sind gering und in den Schulen fehlt es an allem: Hefte und Bücher, Stifte und Kreide sind Mangelware. Da ugandische Frauen im Durchschnitt sieben Kinder zur Welt bringen, können es sich die meisten Familien nicht leisten, ihre Nachkommen auf eine der zwar erheblich besseren, aber sehr teuren Privatschulen zu schicken. Doch eine gute Ausbildung ist die Basis für das wirtschaftliche Vorankommen des Landes und seiner Kinder.

In der Vergangenheit war das Verhältnis zwischen Menschen und Berggorillas in der Region des Bwindi Nationalparks nicht das beste. Verlief sich eines der Tiere in ein Dorf, so wurde es meist getötet, da es große Vorbehalte gegen sie gab. Berggorillas wurden als gefährlich angesehen und schürten Angst in der Bevölkerung. Um dieses Verhalten nachhaltig zu verändern, bedarf es einer gründlichen Aufklärung und Ausbildung der Menschen. Ihr Wissen um die Natur und die Tiere muss deutlich gesteigert werden. Doch dieser Prozess ist langwierig und zäh. Daher geht Emily Turinawe in die Schulen und bringt den Kindern grundlegendes Wissen über die Natur bei. Die Vorgehensweise bewegt sich dabei von den großen, umfassenden Themen bis zu konkreten lokalen Naturschutzmaßnahmen.

Das Programm, dessen sie sich dabei bedient, erklärt den Kindern zunächst die Zusammenhänge von Umwelt und Mensch. Erkenntnisse über die Erde, das Wasser und die Luft als Grundlage für die Lebensräume der Berggorillas in den Regenwäldern des Bwindi Nationalparks vermittelt sie genauso wie Informationen über die Pflanzen und die Tiere der Region. Aber auch aktiver Umweltschutz und der Sinn von Schutzgebieten stehen auf dem Lehrplan der engagierten Lehrerin. Zukünftig sollen alle Lehrer und Kinder die Gelegenheit bekommen, Berggorillas einmal persönlich zu begegnen, denn die meisten haben noch nie einen dieser uns so nahen Verwandten gesehen. Durch das Wissen über die Tiere und eine Auseinandersetzung mit ihnen kann langfristig ein Umdenken in der Bevölkerung angestoßen werden.

Schon heute werden verirrte Berggorillas nicht mehr getötet. Stattdessen werden die Ranger des Schutzgebietes gerufen, die die Tiere aus den Ortschaften wieder vertreiben. So machen sich nach und nach die ersten Ergebnisse einer fundierten Ausbildung bemerkbar. Um diesen Prozess weiter voranzutreiben, konfrontiert Emily die Kinder auch mit den Vorteilen des sanften Ökotourismus, der Geld in die Region bringt und Arbeitsplätze schafft – auf vielen Ebenen.

Da die Berggorillas von Natur aus sehr scheu sind und den Kontakt mit Menschen nach Möglichkeit meiden, ist man seit Jahren bemüht, die Tiere an die Anwesenheit von Menschen zu gewöhnen. Mondberge.com unterstützt die Arbeit im Bwindi Nationalpark durch die volle Finanzierung von Emily Turinawes Arbeit. Darüber hinaus fördert Mondberge.com die Schulen durch zahlreiche Sachspenden, die zum zweiten Mal bereits im Juni 2011 im Rahmen einer kleinen Feier übergeben wurden.