Martha Robbins

Seit 13 Jahren arbeitet die promovierte Amerikanerin Martha Robbins im Bwindi Impenetrable National Park an der Erforschung der hier ansässigen Berggorillas. Mondberge.com unterstützt die Wissenschaftlerin, die beim Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie angestellt ist, auf vielfältige Weise in ihrer Arbeit.

Der kleine Ort Ruhija versteckt sich in den Bergen ganz im Südwesten Ugandas. Die Wege dorthin sind schwer zugänglich, nur allradbetriebene Fahrzeuge schaffen die extremen Steigungen, die von Schlaglöchern durchsetzt sind. Steile Hänge, dichter Wald und sumpfige Täler wechseln sich in dieser Gegend mit den kleinen Feldern der Bauern ab. Mitten in einem dieser Waldgebiete, direkt am Nationalpark gelegen, befindet sich die spartanisch eingerichtete Forschungsstation der weltweit bekanntesten Primatenforscherin und ihres Teams. Wohnen und Arbeiten findet in den gleichen Räumen statt, die sanitären Einrichtungen entsprechen den ortsüblichen Standards.

Marthas Aufgaben in dieser selbst gewählten Einöde sind vielfältig. Seit 1998 beschäftigt sie sich mit der Kyagurilo-Gruppe. Sie sammelt Daten über die Berggorillas, um genaueres über ihr Verhalten, die Ökologie und die Populationsdynamik zu erfahren. Studenten stehen ihr dabei zur Seite. Darüber hinaus beschäftigt Martha die Fragestellung, welche Verhaltensweisen die Gorillas sozial erlernen und in wieweit man von einer eigenen Kultur der stattlichen Tiere sprechen kann.

2006 hat die Arbeitsgruppe um Martha Robbins eine Zählung der Berggorillas in der Region durchgeführt, die nun, 2011, auf einen aktuellen Stand gebracht werden soll. Seit März 2011 laufen die Vorbereitungen für diesen Zensus, die bereits erstaunliche Ergebnisse zutage förderten: Allein anhand der gesammelten Kotproben in den jede Nacht erneut angelegten Nestern konnte die Wissenschaftlerin nachweisen, dass ein Silberrücken, der vor Jahren seine Gruppe verlassen hatte, wieder zurück gekehrt ist. Nachweise wie diese werfen eine Reihe von Fragen bezüglich des Wanderungs- und Sozialverhaltens der Berggorillas auf.

Da eine Erforschung der Berggorillas in Uganda nicht ohne die konsequente Akzeptanz und Unterstützung durch die Bevölkerung möglich ist, sind in den vergangenen Jahren umfangreiche Programme zu Einbeziehung der Menschen in dieser Region ins Leben gerufen worden. Zwei Aspekte kommen dabei besonders zum Tragen: Einerseits soll die Bevölkerung über die Berggorillas, ihren Schutz und die Wichtigkeit für das gesamte Ökosystem aufgeklärt werden, andererseits muss eine finanzielle Grundlage für den Schutz der Tiere geschaffen werden. Daher engagiert sich Mondberge.com in der fundierten Wissenvermehrung der Bevölkerung, insbesondere der Lehrer und Kinder Ruhijas und bei der Habituierung einzelner Berggorillagruppen. Konkret bedeutet das die finanzielle Unterstützung zur Schaffung zweier Arbeitsstellen: Emily Turinawe bringt den Kindern zweier Grundschulen grundlegendes über den sie umgebenden ökologischen Lebensraum nahe und Peter Kabano begleitet die Habituierung von aktuell zwei Berggorillagruppen.