Aras in Costa Rica

Soldatenara - Foto: Mark_Mary_Stafford
Soldatenara – Foto: Mark/Mary Stafford

Die AGA unterstützt Tropica Verde und den Projektpartner Centro Científico Tropical bei der Projektarbeit zum Schutz der Großen Soldatenaras in Costa Rica. In den letzten Jahrzehnten hat Costa Rica über die Hälfte seiner ursprünglichen Waldbedeckung verloren. Viehweiden, Bananen- und Ananasplantagen sind an ihre Stelle getreten. Auch im Kanton Sarapiqui im Norden Costa Ricas, der sich von der Zentralkordillere bis zur nicaraguanischen Grenze erstreckt, gibt es nur noch im Bergland und nahe dem Grenzfluss Rio San Juan größere Flächen ursprünglicher und sehr artenreicher Primärwälder.

Symbol dieses Naturreichtums und seiner Bedrohung wurde der Große Soldatenara. Er nistet in den natürlichen Baumhöhlen der hartholzigen Stämme des Waldmandel-baums. Die reifen Früchte dieser Urwaldriesen bilden eine wichtige Nahrungskomponente der Aras, die einen anspruchsvollen Nahrungsbedarf haben und auf der Suche nach reifen Früchten jahreszeitliche Wanderungen machen. Durch die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraums und die zum Teil auch illegale holzwirtschaftliche Nutzung der Waldmandelbäume ist das Überleben dieser prachtvollen Papageien stark gefährdet. Das ehemalige Verbreitungsgebiet der Großen Soldatenaras zwischen Honduras und Kolumbien ist bereits um mehr als 90 Prozent geschrumpft. In den verbliebenen Waldgebieten bedrohen Wilderei und illegaler Handel das Überleben der Art.

Soldatenara - Foto: Mark/Mary_Stafford
Soldatenara – Foto: Mark/Mary Stafford

Im Norden Costa Ricas befindet sich das letzte Brutgebiet des Landes. Nur noch 35 Brutpaare leben hier. Um diese Population im Grenzgebiet zwischen Costa Rica und Nicaragua zu retten, müssen die Primärwälder im Norden Costa Ricas vor der Zerstörung bewahrt werden. Nur zusammen mit der größeren Population in dem bereits geschützten biologischen Reservat Indio-Maíz im angrenzenden Nicaragua besteht die Aussicht, das Überleben der Großen Soldatenaras in Costa Rica dauerhaft zu sichern.

Folgende Maßnahmen werden im Rahmen des Ara-Schutzprojekts durchgeführt:

  • • Lebensraumschutz durch die Weiterentwicklung eines binationalen biologischen Korridors zur Vernetzung von Schutzgebieten und intakten Naturräumen, um die letzte mögliche ökologische Verbindung zwischen Nicaragua und Costa Rica innerhalb des mittelamerikanischen biologischen Korridors zu sichern;
  • • Unterschutzstellung einzelner Waldmandelbäume, der Brut- und Nahrungsbäume des Großen Soldatenaras;
  • • Umweltbildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Menschen für den Schutz des Großen Soldatenaras und seines Lebensraums;
  • • Unterstützung eines binationalen Schülernetzwerks zur Beobachtung und Erfassung der biologischen Vielfalt und insbesondere des Großen Soldatenaras sowie zur Umweltbildung;
  • • Auszeichnung von Nestschützern im Rahmen eines binationalen Festivals für den Erhalt der Großen Soldatenaras als Symbol für die biologische Vielfalt der Region.
Soldatenara - Foto: Mark/Mary Stafford
Soldatenara – Foto: Mark/Mary Stafford

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e. V.ging aus der 1981 initiierten „Aktion Rettung der Schildkröten“ hervor, in der sich Privatpersonen gegen das grausame Abschlachten der Meeresschildkröten eingesetzt haben. 1986 wurde die AGA als Verein gegründet, denn das Engagement ist seit dem ersten Einsatz ungebrochen und nicht mehr „nur“ auf die Rettung der Meeresschildkröten beschränkt. Auch heute noch zeichnet die AGA ihr unermüdlicher Einsatz für den Schutz bedrohter Arten aus.

Nach wie vor setzt sich die AGA für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten ein, z. B. durch den Schutz ihrer Niststrände. Um effektive und wissenschaftlich fundierte Schutzmaßnahmen entwickeln zu können, führt die AGA auch Grundlagenforschung durch. So wird z. B. das Verbreitungsgebiet von Koalas und Pinguinen erforscht, um diese dort besser schützen zu können. Mit konstruktiven Schutzkonzepten trägt die AGA zur Lösung bestehender Mensch-Wildtier-Konflikte bei, etwa durch den Einsatz von Herdenschutzhunden zum Schutz der Geparde in Namibia. Die AGA unterstützt außerdem die Aufzucht von Elefanten- und Gepardenwaisen und stellt bei Bedarf, wenn z. B. Naturkatastrophen das Überleben bedrohter Arten gefährden, Soforthilfe zur Tiernotrettung zur Verfügung. Durch Ausweisung von Schutzgebieten und Baumpflanzaktionen setzt sich die AGA außerdem für den Erhalt des Lebensraums bedrohter Arten ein.

Ara ambiguus Foto: Luiz Caudio Marigo
Ara ambiguus Foto: Luiz Caudio Marigo

Um ihre Projekte effektiv durchführen zu können, arbeitet die AGA weltweit mit kompetenten Partnerorganisationen zusammen. Dank dieser engen und guten Zusammenarbeit können Artenschutzprojekte direkt und nachhaltig umgesetzt werden. Einer der Kooperationspartner ist Tropica Verde, ein gemeinnütziger Verein zum Schutz tropischer Lebensräume, biologischer Vielfalt und bedrohter Arten.
Seit seiner Gründung im Jahr 1989 arbeitet Tropica Verde e. V. daran, die Bedeutung und die Gefährdung tropischer Lebensräume verstärkt in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Aus dem Informationsbüro im Palmengarten der Stadt Frankfurt am Main werden lokale und bundesweite Umweltbildungsmaßnahmen organisiert sowie Natur- und Artenschutzprojekte in Costa Rica in Kooperation mit lokalen Partnern unterstützt.

Mehr über die Projekte der AGA und von Tropica Verde erfahren Sie bei

Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e. V.AGA_Logo_2016_Web
Rathausgasse 5
70825 Korntal-Münchingen
Tel. 07150-922210
Fax 07150-922211
E-Mail: buero@aga-international.de
Internet: www.aga-international.de

TROPICA VERDE e. V.TROPICA VERDE e. V.
Siesmayerstr. 61
60323 Frankfurt am Main
Tel. 069-751550
Fax 069-752182
E-Mail: mail@tropica-verde.de
Internet: www.tropica-verde.de
Spendenkonto: 99 12 900
BLZ 604 500 50 (KSK Ludwigsburg)
Stichwort: Soldatenara