Uganda
Der Name Uganda stammt vom Königreich Buganda, das den südöstlichen Teil des heutigen Landes umfasste.
Ob wegen seiner Bewohner, den zahlreichen Wildtieren in den Nationalparks – oder wegen seiner einmaligen und sehr abwechslungsreichen Landschaften: Man kann sich heute immer noch Winston Churchill uneingeschränkt anschließen, der Uganda einst als die „Perle Afrikas“ bezeichnete. Denn wo sonst kann man schneebedeckte Berggipfel am Äquator besteigen, freilebenden Berggorillas im undurchdringlichen Regenwald begegnen – oder das lebendige, unverfälschte Treiben der außergewöhnlich freundlichen – und stets gut gelaunten – Menschen auf deren Märkten beobachten?
Uganda kann nicht nur als „Perle“, sondern – geografisch gesehen – auch als „Herz“ Afrikas bezeichnet werden. Es liegt quasi im Herzen des afrikanischen Kontinents. Abgesehen von der Haupt- und Millionenstadt Kampala ist Uganda eher von kleineren Städten und Siedlungen geprägt. Nur wenige überschreiten die Grenze von 100.000 Einwohnern zur Großstadt.
Nachdem Uganda 1962 aus dem britischen Protektorat entlassen worden war und die politische Unabhängigkeit erlangte, war dieses Land über zwanzig Jahre lang durch die Gewaltherrschaften Milton Obotes (1966 – 1971 und 1980 – 1985) und Idi Amins (1971-1979) für jede Art von Tourismus verschlossen. Das ändert sich stetig seit 1986. Seitdem regiert der heute noch amtierende Präsident Museveni. Heutzutage gewinnt der Tourismus immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung.
Geographie
Eingebettet zwischen dem Ost- und dem Zentralafrikanischen Grabenbruch grenzt Uganda an Kenia im Osten, an Tansania und Ruanda im Süden, an die Demokratische Republik Kongo im Westen und an den Sudan im Norden. Bei einer Gesamtfläche von rund 241.000 km² (dies entspricht in etwa der Größe Westdeutschlands vor der Wiedervereinigung) entfallen ca. 17 % auf Wasserflächen. Superstar ist dabei der Victoriasee, mit 68.000 km² fast so groß wie Bayern. Der größte See Afrikas ist nach dem Kaspischen Meer in Westasien und dem Lake Superior in Nordamerika der drittgrößte See der Welt. In Jinja, auf einer Höhe von über 1.100 m, entspringt in Uganda aus dem riesigen See der Victoria-Nil. Mit seinen 6.671 Kilometer Länge kämpft der Nil nur noch mit dem Amazonas um die Bezeichnung „längster Fluss der Welt“. Auf seiner langen Reise zum Mittelmeer durchfließt der Victoria-Nil Zentraluganda bis zum Albertsee, wird von hier bis zur sudanesischen Grenze zum Albert-Nil und danach als Weisser Nil bezeichnet. Er bildete früher auch die Grenze zwischen den beiden vorherrschenden Sprachgruppen in Uganda.
Bevölkerung
Obwohl neben der Amtssprache Englisch über 30 verschiedene Stammessprachen gesprochen werden, gehört die Bevölkerung überwiegend den zwei größten Sprachgruppen Afrikas an: Den Bantu-sprachigen Völkern in Süd- und Zentraluganda und den nilotisch sprechenden Völkern, angesiedelt im Norden und Nordosten. Aber wo immer man in Uganda auch unterwegs ist: es begegnen einem überaus freundliche, herzliche und den Besuchern gegenüber aufgeschlossene Menschen. Heute leben in Uganda mehr als 30 Millionen Menschen, davon sind ca. 90 % Christen und ca. 10 % Muslime. Die Ugander sind ein junges Volk: Über 70 % der Bevölkerung ist unter 24 Jahre alt, im Schnitt hat jede Familie 7 Kinder.
Im Westen Ugandas, nahe dem Ruwenzorigebirge liegt Fort Portal, eine Stadt mit etwas über 42.000 Einwohnern. Hier leben vor allem Batoros und Bakigas. Die Menschen des Bakiga-Stammes bildeten früher eine stark segmentierte Gesellschaft, welche aus dem heutigen Ruanda nach Uganda einwanderte. Sie glaubten an Ruhanga, den Schöpfer alles Irdischen und haben mehrere Kulte, unter denen der wichtigste Nyabingi war, der Geist des hochgeschätzten Regenmachers.
Im Ruwenzori leben die Bakonjo. Nach ihrem Glauben sind sie der einzige Stamm, der die Berge besteigen kann. Sie bieten ihre Dienste als Träger an und sammeln sich jeden Morgen beim Rwenzori Mountaineering Service. Traditionell verehren sie zwei Götter: Den männlichen Gott Kitasamba, der vier Frauen hat, und dessen erste Frau Nyabiyae, die Göttin des Glücks. Die Götter wohnen in den Bergen, und da die Frauen Kitasamba fürchten, ist Bergsteigen Männersache. Ein Mythos besagt, wenn eine Frau die Berge besteige, bringe das Unglück – und sie kann danach keine Kinder mehr gebären.
In der Region des Lake MBuro National Park lebt das Volk der Bahima, Viehzüchter der langhörnigen Ankole-Rinder. Hier herrscht ein absolutes Fotografierverbot. Sie akzeptieren kein einziges Foto. Nicht von sich selbst und schon gar nicht von ihren Rindern!
Circa 24 Millionen Menschen, die Mehrheit der Ugander, lebt von Ackerbau und Viehzucht. Der Boden galt von jeher als ein Geschenk der Natur. Einzelnen Menschen konnten nur bestimmte Nutzungsrechte zugesprochen werden, was bei der Kolonialisierung zwangsläufig zu Konflikten führte. Während in trockenen Regionen hauptsächlich Hirse angebaut wird, gedeihen in feuchten Gegenden auch Maniok, Süßkartoffeln und Bananen. In den wasserreicheren Gebieten leben die Menschen von Reisanbau und Fischfang. Der Agrarsektor ernährt nicht nur 90 % der Bevölkerung, sondern sichert auch 80 % der Exporteinnahmen. Für den Export werden Cash-crops kultiviert. In erster Linie Kaffee, Tee, Tabak und Baumwolle, aber neuerdings auch nicht traditionelle Exportprodukte: Honig, Trockenfrüchte, Vanille (mehr als 10 Mio. Tonnen) und vor allem Schnittblumen tragen zur Diversifizierung in der Landwirtschaft bei. Zu einem weiteren wichtigen Exportgut haben sich Buntbarsche aus dem Victoriasee entwickelt.
