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Gib dem Affen Impfstoff ...

... um die Ausbreitung von Ebola einzudämmen. Gummibären könnten nach Ansicht deutscher Biologen eine Geheimwaffe sein, um den Gorillas die Einnahme des Impfstoffs zu versüßen. Wie das funktioniert hat BR-online dargestellt.

Das Ebola-Virus wird u. a. über infiziertes Gorillafleisch verbreitet, von dem sich die Bewohner afrikanischer Dörfer ernähren. Die Symptome von Ebola ähneln anfangs denen einer Grippe. Die Infektionskrankheit wird durch ein Virus hervorgerufen und verläuft zu 90 Prozent tödlich. Fast jeder Infizierte stirbt binnen kürzester Zeit an inneren Blutungen. Doch nicht nur die Menschen, auch die Gorillas selbst sind in Gefahr und durch das Virus vom Aussterben bedroht. Deutsche Biologen wollen dagegen etwas unternehmen. Ihre Geheimwaffe: Gummibären.

Auch wilde Affen brauchen eine Schluckimpfung. Doch nur in Forschungs- oder Tourismusgebieten sind sie an Menschen gewöhnt und kommen dicht genug heran, um den Impfstoff per Luftgewehr verabreicht zu bekommen. Für die riesigen Reservate kommt diese Methode nicht in Frage. Um eine bessere zu finden, beobachteten die Wissenschaftler das Verhalten der Gorillas genau. Was ihnen auffiel: Mehrere Gorillas bedienten sich nacheinander an denselben Obstbäumen. Ein perfekter Ort, um das Ebola-Virus zu verbreiten - und um einen Impfköder auszulegen.

Der Leipziger Affenforscher Peter Walsh arbeitet mit Impfstoff-Experten aus Dessau zusammen. Die Idee ist, den Tieren eine Schluckimpfung schmackhaft zu machen. Einer Frucht müsste der Köder also ähneln, knallbunt und süß, aber auch tropentauglich sein. "Wir haben da einen kleinen Trick benutzt: Innen ist der süße Inhalt und außen eine sogenannte neutrale Schicht, eine Paraffinschicht, in der sich Aroma befindet", erklärt der Diplom-Ingenieur Klaus Borowski. Die Paraffinschicht schützt den Köder vor Feuchtigkeit und Insekten. Die Wissenschaftler haben ihre Köder sogar selbst getestet: "Das ist wie ein Gummitierchen, wie Fruchtgummi, es enthält nur Fruchtzucker", sagt seine Kollegin Sabrina Wolff. Allerdings wurde der Wirkstoff bisher nur an Laboraffen getestet.

Auch den Affen im Leipziger Zoo schmeckt die Süßigkeit - die allerdings noch keinen Impfstoff enthält. Es gibt bereits einen, der Laboraffen vor Ebola schützt, doch er muss noch hitzebeständig gemacht werden - und sich auch bei den Primaten in der Wildnis bewähren. Peter Walsh ist sich sicher, dass dann auch in der Bevölkerung ein neuer Ebola-Ausbruch verhindert würde: "Wenn wir Gorillas und Schimpansen vor Ebola schützen, schützen wir auch die Menschen. Denn Hauptursache für Infektionen ist der Umgang mit toten Affen."

Quelle: BR-online, Bereich Forschung


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