Symbolbild: Schimpanse Ngamba Island © Michael Matschuck

In Liberia lebt mit rund 7.000 Schimpansen die zweitgrößte Population der westlichen Unterart des Schimpansen, dies ergab ein Zählung von in Liberia lebenden Schimpansen und anderen großen Säugetieren.

Ein internationales Forscherteam mit Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts hat über zwei Jahre in Liberia sehr umfangreiche Daten erhoben und ausgewertet, die Aufschluss darüber geben sollen, in welchen Gebieten, welche und wie viele Schimpansen und andere große Säugetiere leben. Die Ergebnisse sollen einerseits dazu dienen besonders wertvolle Schutzgebiete zu lokalisieren. Andererseits sollen sie der Regierung Hilfestellung bei der Einordnung geben, in welchen Gebieten die Ausbeutung der Natur zur Belebung des Wirtschaftswachstums besonders große Schäden anrichten würde. Derzeit versucht Liberias Regierung die durch die Kriege zusammengebrochene Wirtschaft durch den Verkauf großer Mengen natürlicher Rohstoffe, wie Naturkautschuk, Holz und Mineralien anzukurbeln. Daher werden die Daten des Zensus dringend benötigt, um Entscheidungsträgern passende Maßnahmen vorzuschlagen.

Die Schutzgebiete umfassen derzeit nur 3,8 Prozent der liberianischen Wälder und die Ergebnisse der Datenerhebung haben gezeigt, dass bislang mehr als 70% der Schimpansen außerhalb der Schutzgebiete leben. Anhand der Ergebnisse gilt es nun Form und Lage der bisherigen Gebiete zu überarbeiten und Prioritäten bezüglich der Ausweisung neuer Gebiete zu setzen, um die von der liberianischen Regierung im Jahre 2003 beschlossene Erweiterung der Schutzgebiete auf mindestens 30 Prozent der Wälder des Landes umzusetzen.

Weitere Informationen: Max-Planck-Gesellschaft: Eine der letzten Hochburgen des Westlichen Schimpansen