In vielen Zoos soll Artenschützern zufolge über Jahrzehnte eine chaotische Gorilla-Zucht betrieben worden sein. „Offenbar wurden über 30 Jahre hinweg Westliche Flachlandgorillas und Cross-River-Gorillas wild durcheinander gezüchtet“, erklärte Pro Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr in einer Mitteilung. Ein Großteil der derzeit in Tiergärten lebenden 850 Gorillas seien möglicherweise eine Mischung beider Unterarten. Dies hätten Analysen der Stammbäume der Affen in den Tiergärten ergeben. Für Auswilderungsprojekte seien solche Tiere ungeeignet, für den Artenschutz generell nutzlos. Die Vereinten Nationen hatten 2009 zum Jahr des Gorillas ernannt.

„Über 780 Gorillas wurden bis in die 1980er Jahre der Natur entrissen und an Zoos in alle Welt geliefert“, hieß es weiter. Laut Internationalem Gorilla-Zuchtbuch kämen mindestens 176 der wildgefangenen Tiere aus Kamerun, weitere elf aus „Westafrika“, für die meisten übrigen Gorillas benenne das Zuchtbuch sogar lediglich „Afrika“ als Herkunftsort. Schon in Kamerun gebe es beide Unterarten. Nachdem es für die Tiergärten immer schwieriger geworden sei, Gorillas aus der freien Wildbahn zu bekommen, hätten sie in Europa und Nordamerika Zuchtprogramme etabliert.

Bei den daraus hervorgegangenen Tieren sei bisher nicht überprüft worden, welcher der beiden Unterarten des Westlichen Gorillas sie angehörten, so der Vorwurf von Pro Wildlife. Die Pläne des Weltzooverbandes WAZA, mit der Zucht eine lebensfähige Reserve- Population der bedrohten Gorillas aufzubauen, werde so ad absurdum geführt. „Mischlinge dürfen nicht in die Natur eingeführt werden, diese Art der Zucht hilft dem Artenschutz nicht weiter“, sagte Altherr. Mittels Gentests müsse dringend die Herkunft der Gorillas geklärt werden. „Mit Mischlingen beider Unterarten darf künftig nicht mehr gezüchtet werden.“ [Pro Wildlife]: Kidlerstr. 2, München
Quelle: greenpeace magazin

Umso wichtiger ist der Schutz der Gorillas in ihrem natürlichen Lebensraum in Afrika !!!