Alle zwei Jahre veröffentlicht der WWF eine Studie zum Zustand der Erde. Der am Montag für 2012 vorgestellte Bericht zeichnet ein düsteres Bild der Entwicklung. Demnach verdrängt der Mensch Tiere und Pflanzen immer stärker und verbraucht aktuell 1,5-mal so viel natürliche Ressourcen, wie sich jährlich erneuern.

Koenigstiger©Tim_Davis
Bedrohte Art: Koenigstiger © Tim Davis

Die Studie stellt die Veränderung der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums gegenüber. Hierzu werden die Bestände von ca. 9.000 Populationen und knapp 2.700 Tierarten erfasst. Der weltweite Verbrauch der natürlichen Vorräte durch den Menschen wird mit dem „Ökologischen Fußabdruck“ gemessen. Er zeigt an, wie viel Fläche die Menschen jedes Jahr benötigen, um den Bedarf an erneuerbaren Ressourcen zu decken und CO2 in natürlichen Ökosystemen zu binden. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat sich der Ökologische Fußabdruck (insbesondere aufgrund des hohen CO2-Bedarfs) mehr als verdoppelt. Geht die Entwicklung in dieser Art weiter, so benötigt die Menschheit bis zum Jahr 2030 zwei Planeten, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.

Dieses Konsumverhalten der Menschen hat direkte Auswirkungen auf die Bestände vieler Arten, wie beispielsweise die Tiger. Zerstörung von Lebensräumen, Umweltverschmutzung, Klimawandel und das Einbringen invasiver Arten sind Ursachen für den Artenverlust. In der aktuellen Studie wird bei ausgewählten Arten ein Rückgang der Bestandsgrößen um 30 % seit 1970 verzeichnet – in tropischen Regionen liegt der Rückgang sogar bei 60 bis 70 %.
Eine Änderung dieser Entwicklung ist laut Vorstand des WWF jedoch möglich, dies zeigen die Zahlen für die gemäßigten Zonen, wo Umweltschutzbemühungen Wirkung zeigen.

Für weitere Informationen zum Download:

WWF-Living Planet Report 2012 als Kurzfassung

WWF-Living Planet Report 2012 (englische Sprache)