Aufgrund einer neuen Bewertung wissenschaftlicher Literatur sowie der umfangreichen Analyse von Daten befürchtet ein internationales Team von Wissenschaftlern, dass die Welt sich in einer frühen Phase des sechsten Massensterbens befindet.

Afrikanischer Elefant © Michael Matschuck
Afrikanischer Elefant © Michael Matschuck

Ein wesentlicher Indikator für diese Vermutung ist gemäß des Chef-Autors der Studie, des Biologen Rodolfo Dirzo von der Universität Stanford, der derzeitige starke Rückgang und das Aussterben vieler Tierarten. 16 bis 33 Prozent der Wirbeltiere gelten international als gefährdet. Aber auch bzgl. der wirbellosen Tierarten beschreibt der Biologe einen beunruhigenden Trend: Während sich die Bevölkerung in den letzten 35 Jahren verdoppelt hat, ist die Zahl der wirbellosen Tiere wie Käfer, Schmetterlinge, Spinnen und Würmer im gleichen Zeitraum um 45 Prozent zurückgegangen. Da diese Tiere jedoch wichtige Funktionen im Ökosystem wahrnehmen, wie beispielsweise das Bestäuben von Pflanzen, sind diese Zahlen alarmierend.

Während das Massensterben in der Vergangenheit zumeist durch natürliche Planetenveränderungen oder dem Einschlag von Asteroiden herbeigeführt wurde, ist die derzeitige Entwicklung gemäß Dirzo insbesondere auf den Menschen zurückzuführen. Da der Rückgang der Arten aber auch Konsequenzen für das menschliche Wohlbefinden hat, hoffen die Autoren der Studie jedoch, dass ein wachsendes Bewusstsein der Menschen dazu beitragen wird, Lösungen herbeizuführen, die das Massensterben aufhalten.

Weitere Informationen zur Studie: Stanford News Service: Stanford biologist warns of early stages of Earth’s 6th mass extinction event