Nashorn Bildband Afrikas Sueden © H. Lydorf
Nashorn Bildband Afrikas Sueden © H. Lydorf

Wissenschaftler um den Ökologen Duan Biggs von der University of Queensland in Australien machen in der am 01. März 2013 veröffentlichten Ausgabe der US-Wissenschaftszeitschrift „Science“ einen umstrittenen Vorschlag: Sie fordern eine Legalisierung des Handels mit dem Horn von Nashörnern, denn nur so sei der illegale Handel einzudämmen. Derzeit zeigten der starke Anstieg der Wilderei sowie der Preis, der auf dem Schwarzmarkt für Rhinohorn bezahlt werde, dass die bestehenden Schutz-Strategien versagt hätten und es an der Zeit sei über alternative Schutzkonzepte nachzudenken.

Aufgrund der hohen Nachfrage insbesondere aus dem asiatischen Raum ist der Preis für das Horn von Nashörnern inzwischen höher als für Gold. Dies führt dazu, dass Wilderer immer brutaler vorgehen, und die Zahl der verbliebenen Nashörner dramatisch gesunken ist.

Die Wissenschaftler argumentieren nun, dass die Wilderei nur durch einen sorgsam regulierten legalen Handel des Rhinohorns eingedämmt werden könne. Da das Horn von Nashörnern ca. 0,9 kg pro Jahr nachwachse, könnten Tiere gezüchtet werden, denen das Horn regelmäßig entfernt werde. Dieses Horn dürfe dann legal verkauft werden. Laut Aussage der Forscher würde den Tieren durch die Abnahme der Hörner kein Schaden entstehen. Zudem würde bei einer Legalisierung des Handels mit dem Horn von gezüchteten Nashörnern der Preis sinken. Das Geschäft für Wilderer sei weniger attraktiv was zum Schutz der letzten verbliebenden wild lebenden Nashörner führen würde.

Die Wissenschaftler geben an, dass diese Strategie auch bei Krokodilen bereits erfolgreich war und hoffen nun, dass es auf der CITES Artenschutzkonferenz vom 03. bis 14. März in Bangkok Gelegenheit geben werde, diesen Vorschlag weiter zu diskutieren. Dabei sind die Forscher sich durchaus bewusst, dass der Vorschlag für viele moralisch verwerflich erscheint, aber es sei wahrscheinlich der einzig vernünftige Weg, das Aussterben der Nashörner zu verhindern, so die Wissenschaftler.

Der Beitrag Legal Trade of Africa’s Rhino Horns by Duan Biggs, Franck Courchamp, Rowan Martin and Hugh Possingham wurde am 01. März in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht und kann über diesen Link
Legal Trade of Africa’s Rhino Horns
nachgelesen werden.