Berggorilla Foto: Andreas Klotz
Berggorilla Foto: Andreas Klotz

Der Virunga Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist der älteste Nationalpark Afrikas. In einer aktuellen WWF-Studie wird das wirtschaftliche Potential des Parks, der auch UNESCO Weltnaturerbe ist, mit 1,1 Milliarden US-Dollar jährlich beziffert. Voraussetzung dafür ist laut Studie eine nachhaltige Bewirtschaftung.

Aufgrund der derzeitigen Instabilität der Region durch andauernde Armee- und Rebellengefechte wird die derzeitige Gesamtwertschöpfung jedoch lediglich mit ca. 49 Millionen US-Dollar jährlich veranschlagt. Und auch für die Zukunft zeichnet sich derzeit kein sehr hoffnungsvolles Bild. Grund dafür sind die Erdölförderpläne der Regierung der Demokratischen Republik Kongo. Diese hat 85 Prozent der Parkfläche als Ölkonzession ausgeschrieben. Der britische Öl-Konzern Soco plant deren Erkundung.

Um die sensible Pflanzen- und Tierwelt des Virunga Nationalparks, u. a. Heimat einiger der letzten frei lebenden Berggorillas, zu schützen, hat das UNESCO-Welterbe Komitee im Juni die Regierung der DR Kongo dazu aufgerufen, die Ölkonzessionen zu wiederrufen und von einer Legalisierung von Ölbohrungen im Schutzgebieten Abstand zu nehmen.
Bereits im Mai hatte das Unternehmen TOTAL angekündigt, auf Ölförderung im Virunga-Nationalpark zu verzichten (Etappensieg für Virunga Nationalpark: Ölkonzern achtet Nationalparkgrenzen). Es bleibt nun zu hoffen, dass auch andere Konzerne nachziehen. Evtl. lässt sich dann zukünftig bei nachhaltiger Bewirtschaftung auch das volle wirtschaftliche Potential des Virunga Nationalparks nutzen.

Weitere Informationen: WWF: Studie: Die ökonomische Bedeutung des Virunga Nationalparks