Immer wieder werde ich, zum Beispiel nach meinen Vorträgen, danach gefragt mit welcher Fotoausrüstung ich bzw. die anderen Fotografen des Mondberge-Teams unterwegs waren. Mit welcher Ausrüstung sind unsere Bilder entstanden?

Natürlich kann und will ich hier keine Marken- oder DSLR-Gehäuse-Empfehlungen geben, nur so viel: von den 7 Fotografen waren 5 mit Canon- und 2 mit Nikon-DSLRs unterwegs. Wir hatten während der ganzen Reise trotz zum Teil widrigster Wetterverhältnisse keinerlei Ausfälle zu beklagen – und ein sichtbarer Unterschied an den Bildergebnissen ist (schauen Sie ins Buch …) keinesfalls zu sehen.

Unsere Reise beinhaltete mehrere Berggorilla-Trackings im Bwindi Nationalpark, also Fotografie im dichten, dunklen Regenwald unter schwierigsten Bedingungen und mit wenig Zeit. Wenn die Sonne mal scheint, dann gleich extrem hell, was natürlich extrem starke Kontraste zur Folge hat.

Die sehr spezielle Aufgabe der Fotografie von Berggorillas ist heutzutage (jedoch noch gar nicht so lange) sehr gut lösbar, aber ich finde, es gilt: „weniger ist mehr“ …

Digital oder analog?

Vergessen Sie analog! Nur eine ganz moderne, aktuelle, schnelle digitale Spiegelreflexkamera mit modernem, rauscharmem Sensor bringt die gewünschten Ergebnisse – auch bei 1.600 ISO und mehr. Es sollte im RAW-Format mit mindestens 10 Megapixel Auflösung (besser 12 und mehr) fotografiert werden. Es ist nur wenig Zeit (1 Stunde bei den Berggorillas), jede Gelegenheit muss optimal genutzt werden. Jeder Filmwechsel würde nur stören. Bei digitalen Bridge- oder gar Kompaktkameras ist allein die Auslöseverzögerung ein KO-Kriterium.

Objektive

Zu den Berggorillas kann man nur minimales Gepäck mitnehmen – ein Objektivwechsel kostet Zeit und verursacht Unruhe. Deshalb ist ein lichtstarkes, qualitativ hochwertiges Standard- bis Tele-Zoom erste Wahl. Meine Empfehlung: 70-200 mm/2,8 – am besten mit Bildstabilisator. Dann lenkt auch nichts ab und Sie können sich ganz auf die Tiere konzentrieren.

Zuverlässigkeit

Es muss beim Berggorilla-Tracking im Bwindi-Wald mit Stößen, Nebel, Regen und viel Schweiß gerechnet werden. Die Kamera (und möglichst auch die Objektive) müssen wasserabgedichtet sein. Vor dem Objektiv sollte ein UV- oder Schutzfilter angebracht werden.

Lichtverhältnisse

Da oft mit wenig Licht und trotzdem mit kurzen Verschlußzeiten gearbeitet werden muss, kommen nur ganz moderne, rauscharme hochempfindliche Sensoren und lichtstarke Objektive in Betracht. Ein Stativ darf zu den Berggorillas nicht mitgenommen werden! Blitzlicht ist verboten!!! Ein Bildstabilisator in Objektiv oder Kamera ist eigentlich unverzichtbar.

Speicherkarten

Eine 16-GB-Karte in der Kamera reicht für die eine Stunde, die Sie bei den Gorillas sein können. Danach sofort kopieren und mindestens einmal sichern! Richtig gut ist eine Kamera, die 2 Karten-Slots hat und die Daten doppelt aufzeichnet.

Stromversorgung

1 Akku in der Kamera, 1 in der Hosentasche – so viele Bilder innerhalb einer Stunde können Sie kaum machen, dass zwei Akkus nicht reichen …

Transport

Ein Rucksack oder eine Sling-Shot-Tasche ist ideal. Sie brauchen ja nicht viel (und müssen es dann auch nicht tragen …). Zur Fotoausrüstung kommt ja nur noch Wasser, Snack, Regenjacke etc.

Konkrete Ausrüstungs-Empfehlung (Stand September 2009):

  • 1 robustes DSLR-Gehäuse (z.B. Nikon D300/D700 oder Canon EOS 50D/5D Mark II)
  • 1 DSLR-Gehäuse als Reserve
  • Telezoom 70-200mm, 2,8 mit Bildstabilisator
  • als Reserve: Zoom 18-200mm oder 100-300mm mit Bildstabilisator
  • 2 volle Akkus und 2 große Speicherkarten je Gorillabesuch
  • mobile Festplatte zur Datensicherung oder 2 Karten-Slots

Haben Sie selbst schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder noch eine optimalere Lösung? Beteiligen Sie sich mit einem Kommentar …

Perle Afrikas