Anatomische Befunde widerlegen die Theorie vom Knöchelgang als Vorform der zweibeinigen Fortbewegung – scinexx stellt Ergebnisse amerikanischer Forscher vor. Anatomische Vergleiche von Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Menschen deuten auf einen baumlebenden Urahn und eine unabhängige Entwicklung des Knöchelgangs bei Gorillas einerseits und Schimpansen und Bonobos andererseits hin.

Bereits seit Charles Darwin gibt es die Debatte darüber, wie sich der aufrechte Gang entwickelt hat: Ging er aus dem Knöchelgang hervor (der Fortbewegungsweise, die noch heute Gorillas und Schimpansen, bevorzugen)? Oder bereitete das Leben auf Bäumen und das Schwingen von Ast zu Ast unsere Vorfahren auf das zweibeinige Laufen vor? Belege für die Knöchelgang-Theorie waren bisher die gleichen Knochenstrukturen von Hand und Handgelenk, die sich bei allen afrikanischen Menschenaffen und dem modernen sowie dem fossilen Menschen finden lassen.

Doch amerikanische Forscher widerlegten diese Theorie nun. Sie verglichen Handgelenksknochen von mehr als 100 erwachsenen und jungen Schimpansen und Bonobos mit denen der Gorillas. Wenn die Theorie des auf Knöcheln gehenden gemeinsamen Vorfahren stimmt, dann sollten alle drei Arten gleiche oder sehr ähnliche anatomische Merkmale aufweisen, die für den Knöchelgang typisch sind und auf einen gemeinsamen Ursprung dieses Gangs schließen lassen. Doch genau dies war nicht der Fall: Zwar fanden sich bei 96 Prozent der Schimpansen und 76 Prozent der Bonobos die typischen Vorsprünge und Höhlungen, die die Gelenke beim Knöchelgang stabilisieren und so vor dem Überstrecken schützen, nicht jedoch bei den Gorillas. Hier hatten nur sechs Prozent der Tiere diese „Knochenstopper“. Weitere Informationen finden Sie bei scinexx.