Maennlicher Noerdlicher Gelbwangen-Schopfgibbon ® Tilo Nadler, Endangered Primate Rescue Center, Vietnam

Erst 2010 wurden die Nördlichen Gelbwangengibbons in Vietnam von Forschern des Deutschen Primatenzentrums als neue Art entdeckt. Nun haben Forscher im Rahmen einer Studie festgestellt, dass die Tiere – ebenso wie fünf weitere in Vietnam beheimatete Gibbonarten – vom Aussterben bedroht sind.

Wissenschaftler haben im Rahmen einer kürzlich veröffentlichten Studie die Verbreitung von Gibbons ermittelt. Ihr Fazit ist, dass nur ein besserer Schutz der Reservate die Tiere vor dem Aussterben retten kann.

Vietnam ist das historische Verbreitungsgebiet der Gibbons. Jedoch sind die Tiere dort zum großen Teil verschwunden und es gibt nur noch in einzelnen Reservaten einige wenige überlebensfähige Populationen. Doch sogar dort wird der Lebensraum der Gibbons durch illegales Holzfällen, landwirtschaftliche Eingriffe und Infrastrukturentwicklungen wie Dämme für Wasserkraft oder Straßen immer weiter beschränkt. Die bislang überlebenden Tiere werden durch Wilderei bedroht. „Wilderer jagen Gibbons, um sie auf dem Haustiermarkt zu verkaufen und um aus ihnen medizinische Produkte ohne nachgewiesene Heilwirkung herzustellen“, so Dr. Christian Roos, Biologe in der Abteilung Primatengenetik am DPZ (Deutsches Primatenzentrum) und Mitautor der Studie.

Um die Situation der Gibbons zu verbessern und die Gibbonarten vor dem Aussterben zu schützen, fordern die Wissenschaftler ein effektiveres Management der Reservate sowie eine bessere Ausbildung und Ausrüstung der Ranger, die es ermöglicht, mit den Wilderern mithalten zu können. Nur dann bestehe eine Chance, das Aussterben der Gibbons zu verhindern.

Weitere Informationen zur Studie:
DPZ – Deutsches Primatenzentrum: Kleine Menschenaffen in Vietnam vom Aussterben bedroht