Am 15. und 16. Juli 2013 wurde in Bremerhaven auf einer Sondersitzung der internationalen „Kommission zum Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis“ (CCAMLR – Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) über einen besseren Schutz für die Antarktis und die Einrichtung des weltgrößten Meeresschutzgebietes beraten.
Die Verhandlungen sind jedoch am Widerstand Russlands gescheitert, deren Delegation sogar anzweifelte, dass die CCAMLR überhaupt berechtigt sei, die Einrichtung von Meeresschutzzonen zu beschließen.

Eselspinguine - Mondberge Artenschutzkalender 2013 ® Scheufler
Eselspinguine – Mondberge Artenschutzkalender 2013 ® Scheufler (Symbolbild)

Bereits vor acht Monaten waren Verhandlungen über die Einrichtung von Meeresschutzzonen in Australien am Widerstand einiger Länder wie China, Japan, der Ukraine, Norwegen und Russland gescheitert, die dadurch Nachteile und zu starke Beschränkungen für die Fischerei fürchteten. Nun sollte in Bremerhaven ein neuer Anlauf gemacht werden, um ein ca. 2,3 Millionen Quadratkilometer großes Schutzgebiet im Rossmeer zu schaffen. Das Rossmeer gilt als das intakteste Meeres-Ökosystem der Welt und wird von Wissenschaftlern aufgrund seiner Unberührtheit auch als das „letzte Meer“ bezeichnet. Zudem war geplant, über ein zusätzliches Schutzgebiet zu entscheiden: weitere 1,6 Millionen Quadratkilometer Küstengewässer in der östlichen Antarktis.

Es war erst das zweite Mal in der 32-jährigen Geschichte der CCAMLR, dass es zu einer außergewöhnlichen Sitzung gekommen ist. Leider ist es den Befürwortern nicht gelungen, die Errichtung von Schutzzonen für den Erhalt dieses einzigartigen Lebensraums für Pinguine, Seelöwen, Robben, Wale und zahlreiche weitere Tierarten gegen wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.
Die nächste reguläre Sitzung der CCAMLR ist für Oktober geplant. Der Kommission gehören 24 Staaten und die Europäische Union an, jene Länder die wissenschaftlich und/oder wirtschaftlich in der Antarktis engagiert sind. Nun bleibt abzuwarten, ob es bis dahin gelingen wird, eine einheitliche Linie zu erreichen.

Weitere Informationen:
spiegel.de: Antarktis-Konferenz: Russland verhindert weltgrößtes Meeresschutzgebiet
spiegel.de: Antarktis-Konferenz in Bremerhaven: Staaten pokern um größte Meeresschutzzone