Google und eine Reihe weiterer Unternehmen ermutigen Konsumenten und Unternehmen mit der Kampagne „Go Paperless 2013“ auf eine papierlose Kommunikation umzustellen. Die umweltbezogene Kampagne, die eine Reduzierung des Papierverbrauchs zum Wohle der Umwelt in den Vordergrund stellt, zielt auf eine Vermarktung der eigenen Dienstleistungen, hält aber einer näheren Untersuchung unter Umweltgesichtspunkten nicht stand. In der Kampagne lässt Google die Auswirkungen der eigenen Aktivitäten auf die Umwelt unberücksichtigt.

So hat die Two Sides Initiative Fakten aufgeführt, die zu einer größeren Objektivität in der Diskussion „Online versus Print“ beitragen, wie beispielsweise:

  • * Google braucht 2,3 Milliarden Kilowattstunden Elektrizität im Jahr. Dies würde 207.000 US-Haushalte oder 41 Empire State Buildings für ein Jahr versorgen.
  • * Der Energieverbrauch der Datenzentren macht ungefähr 2 Prozent des jährlichen Elektrizitätsverbrauchs der USA aus.
  • * Für jede Kilowattstunde, die für Rechnerleistungen in einem Rechenzentrum verbraucht werden, wird beinahe eine weitere zusätzliche Kilowattstunde gebraucht, um die Kühl- und Heizsysteme zu betreiben.
  • * 100 Suchanfragen an Google entsprechen einer 60 Watt Glühbirne, die für 20 Minuten brennt, wobei 0,03 kWh Elektrizität und 20g Kohlendioxid verbraucht werden.
    (Quelle: www.twosides.info)

Hinzukommt, wie Greenpeace angibt, dass elektronischer Abfall der am schnellsten wachsende Bestandteil des kommunalen Abfalls ist und weltweit bereits 5 % der Gesamtabfallmenge ausmacht.

Demgegenüber wird Papier aus Holz hergestellt, ein nachhaltiges und erneuerbares Produkt, wobei jedoch auch hier berücksichtigt werden muss, dass für die Papierherstellung ebenfalls Energie benötigt wird.

Diese Gegenüberstellung zeigt, dass eine schwarz-weiß Betrachtung zu kurz greift und es von wenig Verantwortungsbewusstsein zeugt, wenn Unternehmen wie hier Google durch eine einseitige Betrachtungsweise vordergründig zum Umweltschützer werden, dies aber bei einer näheren Untersuchung nicht standhalten kann.

Weitere Informationen:
Google Go Paperless in 2013 campaign
Papierindustrie geht mit der Google-Kampagne „Go Paperless 2013“ hart ins Gericht