Bwindi Nationalparkgrenze
Bwindi Nationalparkgrenze © Mondberge.com - Andreas Klotz

In Uganda profitiert die Bevölkerung in der Nähe der National-Parks offenbar kaum von den Einnahmen aus dem Tourismus, wie aus einem Bericht des Tourismusministeriums in Uganda hervorgeht. So kommen nur 20 % der Einnahmen aus dem Gorilla-Tourismus und den Tourismuseinnahmen allgemein der Bevölkerung zu Gute. Die restlichen Einnahmen fließen dem Finanzministerium zu. Dies geschieht ungeachtet der Tatsache, dass Gorilla-Tracking zu einer der größten Tourismus-Attraktionen geworden ist und in 2010 ca. 9 % zum Bruttoinlandsprodukt des Landes beigetagen hat.

Hinzukommt, dass Bewohner in der Nähe von National-Parks im Vergleich mit anderen Teilen der Bevölkerung eine geringere Nahrungsmittelsicherheit haben. Eine Fallstudie aus 2010 in West-Uganda zeigt, dass für die Bevölkerung die Verluste an Tierbeständen und Getreide in Gebieten um Nationalparks aufgrund von Übergriffen wilder Tiere aus den geschützten Gebieten höher sind.

Menschen in der Nähe von National-Parks leben oftmals in großer Armut. Aufgrund mangelnder Alternativen, das Überleben zu sichern, kommt es demzufolge zu Eingriffen in die Welt der geschützten National-Park-Gebiete. Dies wiederum gefährdet die dort lebenden Tierarten, die – wie Berggorillas – zumeist ohnehin vom Aussterben bedroht sind.

Ein Teufelskreis. Das Tourismus-Ministerium gibt jedoch an, nach neuen Wegen zu suchen, um Haushalte verstärkt an den Einnahmen zu beteiligen – mit deutlich geringerem Verwaltungsaufwand als bisher. Dies wird zwingend erforderlich sein, um langfristig das Überleben der Menschen, Tiere und Ökosysteme zu sichern.
Weitere Details und Hintergrundinformationen in englischer Sprache im Bericht von Flavia Lanyero im Daily Monitor: Residents around parks not benefiting from tourism income

Dass es auch anders gehen kann, zeigen die Berichte zu den Mondberge-Hilfsprojekten.