Über 100 Tonnen Elfenbein verbrannt

Als deutliches Zeichen gegen Wilderei fand am vergangenen Samstag die weltweit umfangreichste Verbrennung von Elfenbein statt. Kenia vernichtete nahezu seinen gesamten Bestand an beschlagnahmten Stoßzähnen.

Elefanten - Bildband Afrikas Süden © Britta Wulfekammer
Elefanten – Bildband Afrikas Süden © Britta Wulfekammer

Neben 105 Tonnen Elfenbein (ca. 16.000 Stoßzähne von rund 8.000 getöteten Elefanten) gingen auch 1,35 Tonnen Horn von Nashörnern in Flammen auf, und Kenias Präsident Uhuru Kenyatta rief gleichzeitig zu einem vollständigen Verbot des Handels mit Elfenbein auf. Kenia nimmt somit, trotz anhaltender Korruption im Land, eine klare Führungsrolle im Kampf für den Schutz der Dickhäuter ein.

Die verbrannten Elefantenzähne hätten auf dem illegalen Markt etwa 88 Mio. Euro erzielt, die weitaus geringere Menge Rhinohorn glatte 70 Mio. Angeheizt wurde das symbolträchtige Feuer übrigens unter anderem mit beschlagnahmtem, illegal geschlagenem Sandelholz.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter
http://www.donaukurier.de/nachrichten/panorama/Kenia-Tiere-Umwelt-Kriminalitaet-Artenschutz-Kenia-verbrennt-mehr-als-hundert-Tonnen-Elfenbein;art154670,3212901
http://www.3sat.de/page/?source=/nano/umwelt/186605/index.html

sowie in der folgenden Pressemeldung unseres langjährigen Kooperationspartners, der Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. :

 

Weltweit größte Elfenbein-Verbrennung setzt deutliches Zeichen gegen Wilderei

Aktionsgemeinschaft Artenschutz unterstützt Bekämpfung der Wilderei in Kenia 

Korntal-Münchingen, 29.04.2016

“Eine Welt ohne Elefanten ist kaum vorstellbar. Kein Mensch braucht Elfenbein, aber die Elefanten, die bereits seit Millionen von Jahren auf dieser Erde wandern, brauchen ihre Stoßzähne und Afrika braucht seine Elefanten”, betont Dr. Dame Daphne Sheldrick DBE, Gründerin des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT). Sie leitet das weltbekannte Elefantenwaisenhaus im Nairobi Nationalpark, unweit der Stelle, an dem nun Tonnen von Elfenbein für die Verbrennung aufgestapelt werden.

Verwaister Elefant während der Rettung © The David Sheldrick Wildlife Trust
Verwaister Elefant während der Rettung © The David Sheldrick Wildlife Trust

Mehr als 106 Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein sollen am Samstag, den 30. April 2016, während einer öffentlichen Zeremonie verbrannt werden. Mit der weltweit größten Verbrennung von Elfenbein setzt Kenia hiermit erneut ein deutliches Zeichen. Schon 1989 machte das Land mit der weltweit ersten Verbrennung von Elfenbein auf das dramatische Ausmaß der Wilderei von Elefanten aufmerksam.

„Seit Anfang diesen Jahres mussten traurigerweise bereits sechs verwaiste Elefantenbabys gerettet werden“, erklärt Birgit Braun, Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V., die das Elefantenwaisenhaus im Januar besucht und sich mit Wildhütern im Tsavo East Nationalpark getroffen hat. Viele der kleinen Elefantenwaisen wurden Opfer der Wilderei, wie das 15 Monate alte Elefantenkalb Galla. Es war verwaist im Nationalpark aufgefunden worden. „Ohne menschliche Hilfe hätte der kleine Elefantenbulle keine Überlebenschance gehabt”, ergänzt Braun. Er hat nun im Elefantenwaisenhaus, das seit fast 25 Jahren von der AGA unterstützt wird, eine Ersatzherde aus 29 weiteren Elefantenwaisen sowie deren Pflegern gefunden. In einigen Jahren wird er in die Wildnis zurückkehren können.

Galla © The David Sheldrick Wildlife Trust
Galla © The David Sheldrick Wildlife Trust

Allein in 2015 wurden nach Schätzungen von Experten mehr als 30.000 Afrikanische Elefanten getötet, um an ihre Stoßzähne und damit an das begehrte Elfenbein zu kommen. Regelmäßig beschlagnahmt der kenianische Zoll an Flug- und Seehäfen geschmuggeltes Elfenbein, welches nun vernichtet werden soll. Es wird davon ausgegangen, dass nur etwa 10% der Schmuggelware entdeckt wird, so dass jährlich hunderte Tonnen auf dem Schwarzmarkt landen.

DSWT KSW Anti-Wilderer-Team © The David Sheldrick Wildlife Trust
DSWT KSW Anti-Wilderer-Team © The David Sheldrick Wildlife Trust

Die Elfenbein-Verbrennung ist Teil der verstärkten Maßnahmen des Kenya Wildlife Service (KWS), um die Wilderei von Elefanten, Nashörnern und anderen Wildtieren zu bekämpfen. Die AGA unterstützt zusammen mit ihrer kenianischen Partnerorganisation DSWT die Arbeit des KWS und finanziert beispielsweise Wildhüter, die im Tsavo East Nationalpark im Einsatz sind. Dieser Nationalpark ist Heimat der größten Elefantenpopulation Kenias. Laut Angaben des DSWT ist die Wilderei in diesem Schutzgebiet dank des verstärkten Einsatzes von Wildhütern, einer mobilen Tierarzteinheit sowie der großflächigen Luftüberwachung im Vergleich zum Jahr 2012 um etwa 50% zurückgegangen.

Auch wenn die Verbrennung des Elfenbeins die Wilderei nicht über Nacht beenden wird, so sendet Kenia damit doch ein deutliches Signal an die Weltöffentlichkeit, dass seine Wildtiere lebend mehr wert sind als tot. Dies belegt auch eine Studie des DSWT (Dead or Alive, 2016) die hervorhebt, dass z.B. ein lebender Elefant durch den Tourismus bis zu 76 Mal so viel wert ist, wie ein gewilderter. “Wir müssen uns verstärkt dafür einsetzen, die Zukunft der jüngeren Elefantengenerationen zu sichern, wie die der Waisen in unserer Obhut. Wir können nicht zulassen, dass das Ende einer solch charismatischen Art durch die von Menschen verursachte Ausrottung herbeigeführt wird”, fordert Dame Daphne Sheldrick.

Mtito_Wildhueterteam3 © AGA_Matthias-Alexander Braun
Mtito_Wildhueterteam3 © AGA_Matthias-Alexander Braun

 

Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. 
Rathausgasse 5, 70825 Korntal-Münchingen
Tel:  +49 (0) 71 50 – 92 22 10
E-Mail: info@aga-artenschutz.de
Internet: www.aga-artenschutz.de

Die AGA ist als gemeinnützige Natur- und Artenschutzorganisation anerkannt und setzt sich seit 30 Jahren für den Erhalt von bedrohten Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen ein. Ihr Ziel ist es, weltweit den Schutz und den Erhalt der Natur zu fördern, das Umweltbewusstsein zu stärken und die Zerstörung der Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen zu verhindern.