Schimpansen – Ngamba Island © M. Matschuck

Forscher des Max-Planck-Instituts für Psycholinguistik in Nijmegen haben im Rahmen einer Studie in einer Aufzuchtstation in Sambia das Spielverhalten von verwaisten Schimpansen mit dem Verhalten verglichen, das Schimpansenjunge zeigen, die von der Mutter aufgezogen wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die Waisen sich einerseits zwar häufiger am Spiel von Altersgenossen beteiligten als die von den Müttern aufgezogenen Jungen, sich aber andererseits kürzer dem Spiel widmeten und gleichzeitig häufiger zu Aggressionen neigten.

Daraus schließen die Forscher, dass – ähnlich wie bei den Menschen – Schimpansenmütter einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung der Sozialkompetenz ihres Nachwuchses haben. Diese Erkenntnisse sind nach Aussage von van Leeuwen, einem der verantwortlichen Wissenschaftler der Studie insbesondere für die Organisation von Schimpansengruppen in Auffangstationen relevant. Hier ist zukünftig verstärkt darauf zu achten, dass als Ersatz für die fehlende Mutter ein anderes erwachsenes Tier als Bezugsperson eingebunden wird, um so die sozialen Kompetenzen der Jungtiere zu fördern und später die Eingliederung in bestehende freilebende Schimpansengruppen zu erleichtern.

Weitere Informationen zur Studie: Max-Planck-Gesellschaft: Schimpansenmütter fördern Sozialkompetenz ihres Nachwuchses