Wissenschaftlern ist es im Rahmen einer empirischen Studie erstmals gelungen nachzuweisen, dass Elefanten andere Tiere der Gruppe trösten, wenn sie bemerken, dass diese ängstlich oder traurig sind. Dabei nehmen sie einerseits körperlichen Kontakt auf, beispielsweise über den Rüssel, andererseits setzen sie ihre Stimme ein, indem sie charakteristische Laute ausstoßen.

Dieses Trost-Verhalten der Elefanten setzt die Fähigkeit voraus, sich in die Gefühle von Artgenossen hineinzuversetzen. Diese Empathie konnte bislang nur bei Menschen, Menschenaffen, Hunden und einigen Rabenvögeln nachgewiesen werden. Dr. Plotnik und Professor de Waal ist der empirische Nachweis gelungen, dass auch Elefanten empathisch handeln.

Um den Nachweis erbringen zu können, beobachteten die Wissenschaftler eine Gruppe von 26 Elefanten in einem Reservat in Nordthailand fast ein Jahr. Dabei zeigte sich, dass die Elefanten, die durch das Verhalten anderer Tiere oder Artgenossen verängstigt wurden, charakteristische Signale zeigten. Sie stellten beispielsweise ihre Ohren nach außen, den Schwanz auf oder stießen grummelnde Geräusche aus. Befanden sich die verängstigten Tiere in einer Gruppe, so nahmen andere Elefanten Körperkontakt auf und gaben eine bestimmte Art von Lauten von sich, um das verängstigte Tier zu beruhigen.

Die Forscher haben die Ergebnisse ihrer Studie im Fachjournal „PeerJ“ veröffentlicht:
Plotnik JM, de Waal FB. (2014) Asian elephants (Elephas maximus) reassure others in distress. PeerJ 2:e278 DOI: 10.7717/peerj.278