Laut Studie unnötig geschützt: Die Schildkröte Pelusios subniger © James Harvey

Wie Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts Dresden im Rahmen einer Studie festgestellt haben, ist eine auf den Seychellen lebende Schildkrötenart, die aufgrund ihrer Seltenheit als besonders gefährdet eingestuft wurde tatsächlich ursprünglich nicht auf den Seychellen heimisch. Genetische Analysen und Vergleiche mit einer gleichen, in Afrika heimischen Art haben ergeben, dass das Erbgut fast identisch ist.

Aufgrund der Abspaltung der Seychellen vor ca. 60 Millionen Jahren vom damaligen Großkontinent Gondwana ist dies jedoch unmöglich. Ohne Verbindung zum afrikanischen Kontinent hätte sich eine komplett eigene Art oder zumindest unterschiedliche genetische Linien entwickeln müssen. Die auf den Seychellen lebende Schildkrötenart wurde demnach von Menschen aus Afrika eingeschleppt.

Die Konsequenz dieser Ergebnisse muss für die Wissenschaftler eine Überarbeitung des bisherigen Schutzkonzeptes sein. Tatsächlich sollten die wenigen vorhandenen Ressourcen für den Schutz tatsächlich heimischer Tiere ausgegeben werden.

Zudem zeigt die Studie, wie wichtig eine einheitliche Klassifizierung für die Einstufung der Schutzwürdigkeit bedrohter Arten ist.

Weitere Informationen zur Studie: Senckenberg: Falscher Schutz für Schildkröten