Eisbaer © Paul Nicklen
Eisbaer Mondberge Artenschutzkalender 2012 © Paul Nicklen

Welchen Einfluss hat der Klimawandel und das damit schwindende Meereis auf Eisbären – dies hat ein internationales Forscherteam um Melissa McKinney von der Dalhousie University Kanada untersucht. Hierzu erforschte das Team die Ernährungsgewohnheiten der ostgrönländischen Eisbären durch Gewebeanalysen von 310 Bären, die in der Zeit zwischen 1984 und 2011 von Inuit gejagt worden waren.

Dabei stellte sich heraus, dass die Tiere ihre Jagd im Verlauf der letzten 30 Jahre dahingehend umgestellt haben, dass sie sich aufgrund der schwindenden Jagdgründe verstärkt auf zwei subarktische Seerobben-Arten konzentrieren, die unter den geänderten klimatischen Bedingungen häufiger vorkommen.

Diese einerseits positive Entwicklung, die zeigt, dass sich die Bären auf die veränderten Gegebenheiten eingestellt haben, hat andererseits den negativen Effekt, dass die Eisbären durch die Nahrungsumstellung verstärkt Giftstoffe zu sich nehmen. Die subarktischen Seerobben-Arten leben näher an der industrialisierten Welt und ihr Fleisch enthält demnach mehr Chemikalien wie persistente organische Schadstoffe. Und obwohl die Produktion und Freisetzung einiger dieser Stoffe zwischenzeitlich eingeschränkt wurde, sind sie noch in der Nahrungskette vorhanden und nehmen negativen Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit der Eisbären und ihren Gesundheitszustand.

Weitere Informationen: scinexx: Organische Schadstoffe verseuchen Eisbären