Etwa auf halber Strecke zwischen Edward- und Victoriasee liegt der Lake Mburo Nationalpark, der außer dem gleichnamigen See noch eine Reihe weiterer kleinerer Seen umfasst. Der Park liegt nahe des Äquators. Nach einigen Verkleinerungen hat er jedoch lediglich noch eine Größe von 370 km². Er beherbergt keine Großtiere (Elefanten, Büffel, Löwen) mehr. Dafür findet man hier die sonst in Uganda nicht vorkommenden Impalas und, ebenfalls einmalig in Uganda, Zebras.

Auf geführten Pirschwanderungen konnten wir uns ganz nah zwischen den Tieren bewegen. Der Campingplatz liegt malerisch am See und fast schon routiniert wurde unser Lager aufgeschlagen. Die „Nebelhörner“ konnten wir schon identifizieren, es waren Flusspferde, die sich gegenseitig Respekt verschaffen wollten. Wir aber wollten schlafen und früh morgens eine weitere Fußpirsch machen. Also rein in den Schlafsack und Augen zu. Kurz danach ist Wecken, noch schnell einen Kaffee und dann zum Treffpunkt mit einem Ranger – der aber doch ein Gewehr trägt (es gibt doch keine gefährlichen Tiere im Park?) – und es ging zu Fuß weiter. Jetzt ist kein schützendes Blech mehr um einen, dafür gab es aber auch keinen Benzingeruch und keine Motorengeräusche. Wir rochen den nassen Boden, fremde Düfte und hörten Vogelgezwitscher und laute, eindrucksvolle Warnrufe – von Antilopen, wie wir dann lernten.

Zebras, Impalas und Wasserböcke sind aufmerksam: wer beobachtete da eigentlich wen? Manchmal hatten wir das Gefühl, sie seien neugierig. Ab einer gewissen Entfernung war dann aber eine Grenze unterschritten und sie entfernten sich. Das geschah mal gemächlich, mal in rasender Geschwindigkeit. Natürlich versuchten wir auch wieder, diese bunten Federbälle (Bienenfresser, Eisvögel) zu erwischen – im Großformat versteht sich! Es kostete viel Geduld und viele Versuche. Ganz nebenbei entfaltete die aufsteigende Sonne eine ganz andere Wirkung als dies im Schatten eines Autodaches mit etwas Fahrtwind zu spüren war. Im Camp schmeckten Eier und Speck dann noch mal so gut und es war schade, dass wir Abschied nehmen mussten – kwaheri, auf Wiedersehen, Uganda!