Wie ein Tierarzt aus Ruandas Volcanoe National Park auf allAfrica.com berichtet, konnte ein 4-Jahre alter Gorilla erfolgreich von einer Seil-Schlinge befreit werden, in die das kleine Gorilla-Kind Zirikana geraten war.
Zunächst war es den Gorilla-Trackern gelungen, das Seil zu zerschneiden, mit dem der Gorilla aus der Umubano-Gruppe am Baum festgebunden war, so dass sich Zirikana wieder frei bewegen konnte. Die Schlinge verblieb jedoch eng um seinen Knöchel und die Tierärzte konnten beobachten, dass Zirikana sich kaum noch bewegte und nichts essen wollte.

Somit beschlossen die Verantwortlichen, einen Versuch zu starten, um das Gorilla-Kind von der Schlinge zu befreien. Das Team näherte sich der Umubano-Gruppe und nach längerer Wartezeit befand sich das Gorilla-Kind in einer guten Position für einen Anästhesie-Wurfpfeil. Nachdem Zirikana narkotisiert war, mussten die Mitglieder der Gorilla-Gruppe zunächst von Zirikana getrennt werden. Dies gelang nach einigen Anstrengungen, wobei aber sowohl der Silberrücken als auch der Schwarzrücken in der Nähe blieben und die Arbeit der Ärzte genau beobachteten.

Die Seil-Schlinge war schnell entfernt und die Tierärzte konnten feststellen, dass das Bein nicht geschwollen war. Der Fuß war jedoch kalt, was zeigte, dass die Blutzirkulation gestört war und das Ärzte-Team gerade noch rechtzeitig eingegriffen hatte. Nach ca. 40 Minuten war die Untersuchung beendet und das Gorilla-Kind wurde aus der Narkose aufgeweckt. Die Tierärzte zogen sich zurück. Der Schwarzrücken dicht gefolgt von Silberrücken Charles näherten sich Zirikana und der Silberrücken untersuchte das Gorilla-Kind und prüfte das Bein, wo die Schlinge gesessen hatte. Nachdem das Gorilla-Männchen komplett erwacht war, kümmerte sich der Silberrücken darum, dass Zirikana zu seiner Mutter ging, um sich dort weiter zu erholen.

Die Tierärzte konnten den Beobachtungsposten in der Nähe der Gruppe nach der erfolgreichen Aktion verlassen. Im Labor werden nun die während der Untersuchung entnommenen Proben ausgewertet und dazu beitragen, mehr über die Gorillas zu erfahren, um die vom Aussterben bedrohten Tiere noch besser schützen zu können.

Einen ausführlichen Bericht der Rettungsaktion lesen Sie bei allAfrica.com.