Moorfrosch - Mondberge Artenschutzkalender © Markus Gebel
Moorfrosch - Mondberge Artenschutzkalender © Markus Gebel (Symbolbild)

Amphibien sind die am stärksten gefährdeten Wirbeltiere weltweit. Bislang wurden als Hauptursachen für diese hohe Gefährdung der Wettbewerb mit anderen, eingewanderten Arten, eine erhöhte UV-Strahlung, die Klimaerwärmung, ansteckende Krankheiten und der zunehmende Verlust des Lebensraumes diskutiert.

Eine aktuelle Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes durch das Institut für Umweltwissenschaften an der Universität Koblenz-Landau durchgeführt wurde, hat nun aufgedeckt, dass auch Pestizide für Frösche tödlich sind. Getestet wurden sieben derzeit eingesetzte Mittel mit den in der Landwirtschaft derzeit üblichen Spritz-Dosierungen. Das Ergebnis war alarmierend. Die Sterblichkeitsrate bei den „Testfröschen“ lag zwischen 20 und 100 Prozent.

Eine Erklärung für die hohe Sterblichkeitsrate ist nach Meinung der Forscher, dass die Frösche die Pestizide über ihre feuchte Haut in größeren Mengen absorbieren, als dies bei Säugetieren der Fall ist. Bislang werden Pestizide vor ihrer Zulassung nur an Vögeln, Säugetiere sowie an in Gewässern lebenden Organismen getestet. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass hier ein schnelles Umdenken erforderlich ist.

Zudem belegen die Ergebnisse, dass Pestizide eine weitere wesentliche Ursache für die Gefährdung von Amphibien darstellen, insbesondere da ca. 50 Prozent der in Europa vorkommenden Amphibienarten nach Angaben der IUCN (International Union for Conservation of Nature) auf vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen leben.

Die Studie wurde in „Scientific Reports“ veröffentlicht: Terrestrial pesticide exposure of amphibians: An underestimated cause of global decline?

Weitere Informationen zur Studie in deutscher Sprache:
Universität Koblenz-Landau: Pflanzenschutzmittel gefährden Frösche

scinexx: Pestizide entpuppen sich als Froschkiller