Pavian
Pavian © Andreas Klotz

Bislang ist man davon ausgegangen, dass Menschenaffen intelligenter sind als Paviane oder Javaneraffen. Wie eine aktuelle Studie von Forscherinnen des Deutschen Primatenzentrums Göttingen zeigt, unterscheiden sich Paviane und Javaneraffen hinsichtlich ihrer Intelligenz jedoch weniger deutlich von Menschenaffen als bisher angenommen.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass die soziale und ökologische Umwelt, in der sich Arten entwickelt haben eine wichtige Rolle spielt, während die Größe des Hirns für die Entwicklung der Denkfähigkeit weniger bedeutend ist als bislang vermutet.

Für Vergleichsdaten haben die Forscherinnen auf eine Studie des Max-Planck-Instituts aus 2007 zurückgegriffen. So bekamen die für die Studie untersuchten 18 Paviane und Javaneraffen z. B. zwei Tücher gezeigt, auf denen Rosinen lagen. Eines der Tücher war zerschnitten. Die Affen konnten wahlweise an einem Tuch ziehen. Sie kamen nur dann an Futter, wenn sie das intakte Tuch benutzten. Sowohl Paviane als auch Javaneraffen zeigten sich der Aufgabe gewachsen und auch die Menschenaffen hatten in der Studie 2007 diese Aufgabe lösen können.

Aufbauend auf diesen Ergebnisse, werden weitere Untersuchungen folgen, wie Julia Fischer, Leiterin der Arbeitsgruppe angibt: „Unsere nächsten Studien werden darauf abzielen, genauer zu klären, warum die Affen bestimmte Zusammenhänge so schlecht verstehen, und unter welchen Bedingungen es ihnen möglicherweise leichter fällt, sich richtig zu entscheiden“.

Weitere Informationen zur Studie: Deutsches Primatenzentrum – Überraschend clevere Paviane