Nashorn Bildband Afrikas Sueden © H. Lydorf
Nashorn Bildband Afrikas Sueden © H. Lydorf

Wilderei von Nashörnern hat einen sehr starken Anstieg zu verzeichnen. Getrieben durch den hohen Schwarzmarktpreis für das Horn der Nashörner insbesondere aufgrund der hohen Nachfrage aus dem asiatischen Raum, gehen Wilderer immer brutaler vor. Die Zahl der verbliebenen Nashörner sinkt dramatisch. Wurden beispielsweise in Südafrika 2007 gerade mal 13 Tiere gewildert, so stieg diese Zahl in 2013 auf mehr als 1.000 Tiere. Bis Ende Februar 2014 konnten bereits 146 gewilderte Nashörner festgestellt werden – bei einer Populationsgröße von ca. 20.000 Tieren.

Auch in Kenia sind die Zahlen ähnlich erschreckend. In 2012 fielen 30 Tiere Wilderern zum Opfer. 2013 waren es bereits 59 und in 2014 wurden schon sieben getötete Nashörner gezählt. In Kenia leben derzeit noch insgesamt ca. 1.000 Tiere.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, haben Umweltschützer in Kenia nun beschlossen, möglichst alle Nashörner zum Schutz vor Wilderern mit Mikrochips auszustatten. Im Masai Mara Naturschutzgebiet und dem Lake Nakuru Nationalpark wurden bereits die ersten Tiere behandelt. Hierzu werden die Nashörner von einem Tierarzt narkotisiert, es wird ein Loch in das Horn der Tiere gebohrt, der Chip wird eingesetzt und das Loch wird wieder zugeklebt. Mit der Zeit wächst zudem das Horn über das Loch und verschließt es. Zusammen mit den weiteren Maßnahmen wie Erfassung der DNA sowie der Kennzeichnung durch Ohrmarken wird die Rückverfolgbarkeit der Hörner deutlich erhöht. Im Falle von Wilderei stellen diese Maßnahmen zudem wichtiges Beweismaterial dar, das zudem eine verbesserte Strafverfolgung ermöglicht.

Das Projekt wird vom Kenya Wildlife Service mit Unterstützung des WWF und dem Narok Gemeindebezirk durchgeführt.

Weitere Informationen: WWF: Nashörner in Kenia: Big Brother is watching you