Ngamba Island Schimpanse © M. Matschuck

Schimpansen beherrschen ein wesentliches Merkmal effektiver Kommunikation: Sie berücksichtigen den Wissenstand anderer, scheinen sich in deren Kenntnisstand hineinzuversetzen und passen ihre Kommunikation daran an. So stoßen Schimpansen beispielsweise bei Gefahr Warnrufe nur dann aus, wenn andere Mitglieder der Gruppe noch nicht informiert sind.

Zu diesem Ergebnis kam eine Forschungsarbeit von Wissenschaftlern, wie scinexx® berichtet. Diese hatten das täuschend echte Modell einer Giftschlange auf von Schimpansen viel begangenen Pfaden im Regenwald Ugandas deponiert. Sie testeten, wie häufig die Affen beim Anblick der Schlange Alarmrufe ausstießen und ob dieses Verhalten von der Zusammensetzung der Gruppe abhängig war. Wie Catherine Crockford, an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin von der University of St. Andrews in England ausführt, stießen die Schimpansen die Rufe nicht nur beim ersten Entdecken der Schlange aus, sondern wiederholten sie auch, sobald ein zuvor abwesender und daher nicht informierter Artgenosse zur Gruppe hinzukam. Kamen keine Neuankömmlinge, bleiben diese neuerlichen Rufe meist aus.

Für die Wissenschaftler zeigt diese Studie, dass Schimpansen bereits mehr essentielle Bestandteile für eine komplexe Kommunikation besitzen, als bisher angenommen. „Einige Forscher argumentieren, dass die entscheidende Phase der Sprachentwicklung anbrach, als unsere Vorfahren zu rufen begannen, um andere zu informieren und deren Unwissenheit zu verringern“, so Crockford.

Weitere Details und Informationen zur Studie bei scinexx®.