Neue bedrohte Art: die Bechsteinfledermaus

Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) gehört in Deutschland zu den mittelgroßen heimischen Fledermausarten. Sie erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 30 cm und bringt dabei etwa 12 g auf die Waage. Benannt wurde sie nach Johann Matthäus Bechstein, der sich bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts für den Schutz der Fledermäuse einsetzte.

Bechsteinfledermaus - Mondberge-Artenschutz-Kalender 2015 © Koenig
Bechsteinfledermaus – Mondberge-Artenschutz-Kalender 2015 © Koenig

Ein reich strukturierter, naturnah bewirtschafteter Laubmischwald stellt den bevorzugten Lebensraum dieser flugfähigen Säugetiere dar. Den Tag verbringen sie in ihrem Schlafquartieren und brechen nachts zur Insektenjagd auf. Im Gegensatz zu vielen anderen Fledermausarten sind sie dabei nicht nur auf Fluginsekten beschränkt, sondern nehmen auch über Krabbelgeräusche ihre Beute wahr. So zählen auch am Boden lebende Insekten sowie Spinnen zu ihrer Nahrung.

Die Bechsteinfledermaus steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Noch immer ist nur wenig über diese Fledermausart bekannt. Aufgrund ihrer leisen Ultraschallrufe gelingt es auch mit modernsten Fledermaus-Detektoren nicht, ihre Bestände systematisch zu beobachten. Als eines der Hauptprobleme der Fledermäuse ist der Verlust von Tages- und Winterschlafquartieren, durch die intensive holzwirtschaftliche Nutzung der Wälder, anzusehen.