Nashörner fliegen ins Exil

Da es in Afrika scheinbar keinen sicheren Ort mehr für Nashörner gibt, sollen 80 ihrer Art nach Australien umziehen. Bereits im August 2016 werden die ersten Tiere nach Australien geflogen.

Nashorn, Bildband Afrikas Süden © Thomas Herrmann
Nashorn, Bildband Afrikas Süden © Thomas Herrmann

Um sie vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren, werden Nashörner aus Afrika in den australischen Bundesstaat South Australia umgesiedelt. Hier sollen die Tiere sich in einem weitläufigen Wildpark in Sicherheit vermehren. Später will man möglichst viele Tiere wieder in ihren natürlichen Lebensraum nach Afrika zurückbringen.

Laut Ray Dearlove, Gründer des Australian Rhino Projects, werden inzwischen pro Jahr mehr Nashörner getötet als geboren – und dies obwohl der Bestand ohnehin schon bedrohlich geschrumpft ist. Diverse, auch offizielle Versuche, die Wilderei zu unterbinden sind gescheitert. Nun sollen also innerhalb der kommenden 4 Jahre 80 Nashörner nach Australien umziehen, jedes Jahr 20 von ihnen. Nach zwei Monaten Quarantäne in Südafrika treten die ersten Rhinos voraussichtlich im August die Reise von etwa 11.000 km an. Nach erneuter zweimonatiger Isolierung dürfen sie dann ihr neues, sicheres Zuhause beziehen. Und die Planung findet Anklang: Sowohl die südafrikanische als auch die australische Regierung unterstützen das Projekt.

Nashorn Bildband Afrikas Sueden © H. Lydorf
Nashorn_Bildband Afrikas Süden © H. Lydorf

Diese extrem erscheinende Art des Tierschutzes ist unter Fachleuten durchaus bekannt und gilt als letzte Chance der Artenrettung. Nach wie vor werden täglich Nashörner von Wilderern getötet und verstümmelt, Tendenz steigend. Ihre Hörner landen zumeist in Asien, wo sie aufgrund ihrer angeblichen Heilkräfte (beispielsweise gg. Erkältung), die noch niemals nachgewiesen werden konnten, zu hohen Preisen weiterverkauft werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artenschutz-umzug-der-nashoerner-1.2928800
http://theaustralianrhinoproject.org/index.php