Menschenaffen drohen gänzlich auszusterben

Wilderei, Brandrodungen in immer größerem Stil, radikaler Rohstoffabbau, Erweiterung der Siedlungs- und Anbaugebiete – wir lassen unseren nächsten Verwandten kaum eine Chance. Nun drohen mehr als 50 % der Primatenarten sehr bald und endgültig zu verschwinden.

Schimpanse © Andreas Klotz
Schimpanse © Andreas Klotz

Innerhalb von nur drei Affengenerationen sind die Bestandszahlen diverser Arten um über 80 % gesunken. Auf ihrer Hochburg Madagaskar sind inzwischen 90 von 99 Affenarten bedroht, unter ihnen auch viele Primaten. Anfang dieses Jahrtausends waren es nur 31.

In Afrika werden Affen immer noch wegen ihres Fleisches erlegt. Diesbezüglich ließe sich wahrscheinlich noch eine Alternative finden. Alarmierend ist jedoch die derzeit wieder steigende Nachfrage aus Asien, wo man nach wie vor Körperteile von Primaten für traditionelle, fragwürdige Medizin nutzt. Zwei Drittel von Asiens Affenarten sind bedroht. In Teilen Asiens ist es darüber hinaus tatsächlich wieder in Mode gekommen, junge Primaten als Haustiere zu halten, Orang-Utans und Koboldmakis bevorzugt. Wilderer gehen für diese Einnahmequelle wortwörtlich über Leichen und töten die Eltern, bevor sie die Jungtiere verschleppen. Primaten sind relativ große, recht lautstarke Tiere, die in Gruppen leben und somit leicht zu jagen sind. Zudem wird ihnen oft ihre Friedfertigkeit zum Verhängnis.

Berggorilla Uganda © Andreas Klotz
Berggorilla Uganda © Andreas Klotz

Auch für Orang-Utans war die Situation noch nie so dramatisch wie heute. Die maßlosen Rodungen und vermeintlich zufälligen Brände in Indonesien scheinen ihr Schicksal zu besiegeln. Aus der Luft sind von Teilen Indonesiens nur Rauch und brennende Bäume zu sehen. 2015 wurden ca. 10.000 Feuer gezählt. Interessanterweise liegen laut der Initiative Global Forest Watch 41 Prozent der Brandflächen in Konzessionsgebieten von Zellstofffirmen, 54 Prozent in jenen von Palmölunternehmen. Allein jeder Deutsche verbraucht jährlich rund 18 Kilogramm Palmöl – Tendenz steigend – und sorgt damit für die entsprechende Nachfrage am Weltmarkt. Es steckt in Lebensmitteln, Kerzen, Biosprit etc., in etwa jedem zweiten Produkt in unseren Supermärkten. „Hauptsache billig!“ scheint die vorherrschende Devise. Im Alltag können wir durch ein wenig Aufmerksamkeit beim Konsum zumindest einen kleinen Beitrag leisten. Auf Zutatenlisten verpackter Lebensmittel ist Palmöl inzwischen ausgewiesen. Zudem sollten möglichst ausschließlich heimische Hölzer/Holzprodukte gekauft werden.

Orang Utan ® Marko Koenig
Orang-Utan_Mondberge-Artenschutzkalender 2016 © Marko Koenig

Mondberge setzt sich bereits seit 2009 erfolgreich für den Schutz von bedrohten Arten ein. Verschiedene Hilfsprojekte helfen, die Bevölkerung aufzuklären, Nationalpark-Ranger auszubilden und den Lebensraum der Tiere zu bewahren. Kooperationen mit anderen Organisationen wie der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. sowie Wissenschaftlern wie der weltweit renommierten Primaten-Forscherin Martha Robbins sichern Nachhaltigkeit und Effektivität der Projekte.

Durch den Kauf verschiedener Produkte können auch Sie helfen. Hier finden Sie eine Übersicht der hochwertigen und außergewöhnlichen Artikel, deren Erlöse direkt in den Artenschutz fließen.

Produkte TiPP 4 Verlag 2016

Weitere Informationen zur aktuellen Bedrohung der Menschenaffen finden Sie hier:
http://www.focus.de/wissen/natur/in-wenigen-jahren-ausgestorben-unseren-naechsten-verwandten-geht-es-alarmierend-schlecht_id_5271956.html
http://www.wwf.de/2016/februar/brudermord-im-tropenwald/
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-quarks–co-sumatra—die-letzte-geschichte-des-orang-utans-100.html