Menschen dringen immer weiter in die Lebensräume von Wildtieren vor. Hierbei kommt es sehr häufig zu Konflikten. Menschen fühlen sich durch Raubtiere bedroht und fürchten um ihr Vieh und ihre landwirtschaftlichen Flächen. Diese subjektiv wahrgenommene Gefahr nehmen sie häufig als Begründung dafür, die Raubtiere zu töten.

Tiger ® Martin Ruhnke
Tiger ® Martin Ruhnke

Wie Untersuchungen gezeigt haben, hängt die Einschätzung der Bedrohung jedoch nicht einzig von einer tatsächlich bestehenden Gefahr ab. Auch soziale und psychologische Faktoren spielen eine bedeutende Rolle.
Wissenschaftler aus Großbritannien und Bangladesch haben im Rahmen einer Studie untersucht, inwieweit die durch Menschen wahrgenommene Bedrohung durch Wildtiere in Zusammenhang mit anderen Lebensfaktoren steht. Zu diesem Zweck wurden in einem Tiger-Schutzgebiet rund um die Sundarbans-Mangrovenwälder im Südwesten Bangladeschs Umfragen durchgeführt.
Die Bevölkerung dort identifizierte die Tiger als Hauptproblem für ihre Existenz. Weiterhin wurden Armut, niedriges Einkommen, Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen, schlechte Infrastruktur, Mangel an sauberem Wasser, Bodenerosion und Wetterverhältnisse genannt, wie im Artikel auf springer.com beschrieben wird.
Die Forscher fanden weiter heraus, dass die Intensität der genannten Probleme einen direkten Einfluss darauf hatte, wie die Bewohner die Bedrohung durch die Tiger wahrnahmen. Dies bedeutet, dass es für den Schutz von Wildtieren entscheidend ist, wie gut es gelingt, die sozioökonomischen Probleme der Menschen vor Ort zu lösen.

Bei einigen Hilfsprojekten, die durch Mondberge unterstützt werden, wie z. B. dem Projekt zum Schutz der Berggorillas in Uganda oder dem Gepardenschutzprojekt in Namibia wird dieser ganzheitliche Ansatz bereits berücksichtigt.

Weitere Details zur Studie in Bangladesch wurden in der Springer Fachzeitschrift Human Ecology veröffentlicht und online zusammengefasst im Artikel: Mensch gegen Tiger: Werden die Risiken überschätzt?