(Foto: Veerle A.I. Huvenne, National Oceanography Centre, University of Southampton)
Kaltwasserkorallen gefangen in einem herrenlosen Netz
Ein Cargo-Netz hat sich in den Darwin Mounds vor der Küste Schottlands in 950 m Tiefe in einer Kolonie von Kaltwasserkorallen verfangen. (Foto: Veerle A.I. Huvenne, National Oceanography Centre, University of Southampton)

Eine im Fachblatt PLOS ONE veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams zeigt, dass alle in Europa untersuchten Meeresregionen durch Müll verschmutzt sind. Dies ergab eine erstmals großflächig durchgeführte Untersuchung der europäischen Meere.

Melanie Bergmann, Meeresbiologin vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, hat an der aktuellen Studie mitgearbeitet und war „… sehr überrascht zu sehen, wie weit sich unser Müll in den Meeren schon verbreitet hat. Selbst in entlegenen Gebieten wie der Arktis oder des mittelatlantischen Rückens, haben wir Müll gefunden.“

Bei diesem Müll handelt es sich hauptsächlich um Plastik, es wurden jedoch auch Fischereigeräte und Netze, Glasfalschen und Metall gefunden. Dort wo große Ansammlungen an Plastik gefunden wurden, vermuten die Wissenschaftler auch vermehrt Mikroplastikpartikel, die mit den Jahren durch den Zerfall des Kunststoffs entstehen. Die Auswirkungen dieser Kleinstpartikel auf die Umwelt sind bislang nicht abzusehen, da dieses Mikroplastik zum einen eine willkommene Oberfläche für verschiedene fettliebende Giftstoffe bietet, zum anderen aber auch innerhalb der Nahrungskette angereichert wird, so Melanie Bergmann. So sei in einigen Nordseefischen und Langusten beispielsweise schon Mikroplastik nachgewiesen worden.

Die Ergebnisse sind nachzulesen im online Fachmagazin PLOS ONE unter dem Titel: Marine Litter Distribution and Density in European Seas, from the Shelves to Deep Basins