Schweinswal © Boris Culik
Schweinswal © Boris Culik

Forscher des Deutschen Meeresmuseums haben im Rahmen einer bislang einzigartigen Langzeitstudie mit Hilfe von Unterwasser-Mikrofonen über zehn Jahre hinweg die Daten der vom Aussterben bedrohten Schweinswale in der deutschen Ostsee aufgezeichnet. Nun haben die Forscher erste Ergebnisse veröffentlicht, die Gebiete aufzeigen, in denen sich Schweinswale häufig aufhalten. So zeigen die Aufzeichnungen beispielsweise, dass sich in der Pommerschen Bucht je nach Jahreszeit unterschiedliche Schweinswal-Gruppen aufhalten.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese Datensammlung wesentlich zu einem verbesserten Schutz der Schweinswale beitragen kann. Dieser Schutz ist zwar politisch längst beschlossen, die Umsetzung beurteilen die Forscher jedoch mit „Mangelhaft“, da keine der bislang unternommenen Schutzmaßnahmen zur Erholung des Schweinswal-Bestands geführt hat. Da alle EU-Mitgliedsstaaten jedoch bis 2015 Programme zum Schutz ihrer Meere vorlegen müssen, um bis 2020 laut Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie einen „guten Zustand der Meeresumwelt“ zu erreichen, sind nun konkrete Maßnahmen umzusetzen.

So empfehlen die Forscher z. B. durch Fischreusen den ungewollten Beifang von Schweinswalen zu verhindern, die Unterwasser-Lärmbelastung zu unterbinden, insbesondere dann, wenn sich viele Schweinswale im lärmbelasteten Gebiet aufhalten. Zudem sei es erforderlich, die Bedrohung durch chemische Schadstoffe im Meerwasser oder den Rückgang der Beutetiere durch Überfischung einzudämmen, um Schweinswale effektiv zu schützen.

Weitere Informationen zur Studie:
Deutsches Meeresmuseum: Die Vermessung der Wale: Mit Schall-Detektoren den Schweinswalen auf der Spur