GALERIE kes-kunst-koeln präsentiert zum Jahr des Gorillas „Art-Verwandte“ Gorilla, Orang & Co.“
Skulpturen / Malerei von Karin Euler-Schulze
Tusche / Kreidezeichnungen von Heidi Schulte-Carstens

Eröffnung Sonntag, 09.08.2009 um 14 Uhr
Einführung: Dr. Winfried Gellner
Ausstellungsdauer:
09.08. – 29.08. / 15.09. – 30.09.2009
Di. + Do. 15 – 19 h / So. 14 – 18 h
Di. 16 – 17 h „Führung und Zeichnung mit Kindern“
Bitte Zeichenblock + Dicki-Stifte mitbringen!

Galerie „kes-kunst-koeln“
Longericher Str. 175, II. Stock, HANSA-Spedition
50739 Köln-Bilderstöckchen

Die Ausbeutung der Erde durch den Menschen nimmt seit dem 19. Jh. immer größere Ausmaße an. Landschaften und Meere sind aufs Äußerste gefährdet und dadurch auch der Lebensraum vieler Tierarten.

Die Vereinten Nationen haben deshalb 2009 zum „Jahr des Gorillas“ ausgerufen. Das Überleben der friedlichen Riesen in Afrika ist ebenso stark bedroht wie das Leben der Orang-Utans in Indonesien. Ihre Heimat – der Regenwald – wird in beiden Kontinenten skrupellos abgeholzt. Infolge von Jagd, Verletzungen durch Wilderer und Tierschmuggler sowie Kriegseinwirkungen nimmt die Gorillapopulation immer stärker ab. Dem wollen die Vereinten Nationen mittels vielseitiger Projekte vor Ort und weltweit Einhalt gebieten.

Unsere gemeinsamen Vorfahren „Art-Verwandte“ lebten im tropischen Regenwald. Gorillas, Schimpansen, Bonobos (Afrika) und Orang-Utans (Asien) leben noch heute dort. Nach neuesten genetischen Forschungsergebnissen unterscheiden wir uns von Bonobos und Schimpansen in weniger als 1,6%.

„ART-Verwandte“ Gorilla, Orang & Co. war in doppeldeutiger Hinsicht eine Herausforderung für zwei Kölner Künstlerinnen zur kreativen Umsetzung. Reizvoll fanden sie auch den Umkehrschluss vom „Affen-Modell“ zu „Malenden Affenkünstlerinnen“ (zurzeit laufende Ausstellung „Farbkleckse“ der Orang-Utan-Damen Tilda & Lotti im Tropenhaus des Kölner Zoo).

Die Beobachtung und Wahrnehmung der lebenden Affenmodelle in Zoo und Wildnis erfordern Geduld, Einfühlungsvermögen und Respekt. Es ist ein Wahrnehmen und Beobachten auf Gegenseitigkeit: Mensch-Affe, Affe-Mensch! In Skulptur und Zeichnung haben die Künstlerinnen den friedlichen Riesen ein Denkmal gesetzt. Im Gegensatz zu den ‚abstrakten äffischen Kunstwerken mit Wisch- und Bürstentechnik’ setzen die menschlichen Künstlerinnen auf figurative Umsetzung in Skulptur und Zeichnung, um Schönheit und Eigenwilligkeit einzelner Affenpersönlichkeiten künstlerisch Ausdruck zu verleihen.

Die Skulpturen in Terrakotta und Bronze von Karin Euler-Schulze suchen als ‚Spaßmacher, Boss oder Grübler’ den Kontakt mit den Besuchern; dem entgegen nimmt ‚Mutter Courage’ bereits eine Schutzhaltung ein, um ihr Kind vor eventuellen Gefahren durch Besucher zu bewahren. In den sensibel umgesetzten Zeichnungen von Heidi Schulte-Carstens ist der Blick des Gorillas in unterschiedlichen Altersstufen auf den Betrachter gerichtet. Bei den Gorillas unterscheidet sich das individuelle Porträt am stärksten an Nasenspiegel und Mimik. Körperhaltung und Bewegung weisen auf spezifische Verhaltsweisen hin und spiegeln jeweils verschiedene Persönlichkeiten innerhalb der Familie wider.

Verschmitzt, würdevoll, weise, schreiend und traurig lassen die Blicke der Primaten beim Betrachter die Frage offen, inwieweit Mensch und Affe in ihren Sozial- und Gefühlswelten voneinander entfernt sind. So wird der Ausstellungsrundgang zu einer persönlichen Berührung mit den ‚liebenswerten und lebenswerten friedlichen Riesen’ für den „Art-Verwandten“.

Quelle: GALERIE kes-kunst-koeln, © Karin Euler-Schulze

 

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