Wilderer sind nicht nur für Elefanten oder Nashörner ein Problem, die vornehmlich wegen ihrer Stoßzähne oder ihres Nashorns gejagt werden. Ähnlich wie Geparde in Namibia werden auch Wölfe durch Wilderer verfolgt. Grund für die Wilderei bei Wölfen ist zumeist Angst z. B. vor Übergriffen auf Viehherden.

Das Wölfe Opfer illegaler Jäger werden, haben Wissenschaftler der Grimsö Wildlife Research Station in Skandinavien herausgefunden. Hintergrund der Untersuchung war, dass der tatsächliche Bestand der Wolfspopulation sich nicht in dem Umfang entwickelt, wie es demographische Hochrechnungen ermittelt haben. Daher haben Wissenschaftler Kriterien entwickelt, mit denen sich die Zahl der gewilderten Wölfe abschätzen lässt. Da Wölfe im Gegensatz zu Elefanten oder Nashörnern zumeist nur aus Angst gejagt werden, um „Konkurrenten“ aus dem Weg zu räumen und nicht als Trophäe gelten, ist die Vertuschung recht leicht.

Welche Auswirkungen hat die illegale Jagd auf Wölfe: Zum einen verlangsamt Wilderei das Wachstum der Wolfspopulation. Zum anderen vermindert sie jedoch die ohnehin geringe genetische Vielfalt der Wölfe. Dieser Umstand führt dazu, dass die Entscheidung erschwert wird, Wölfe zum Abschuss freizugeben, die für Übergriffe auf Herden von Viehzüchtern oder Haustiere verantwortlich sind. Dies würde die genetische Vielfalt noch weiter reduzieren. In diesem Fall verhindern Wilderer exakt dies, was sie durch den illegalen Abschuss erreichen möchten.

Weitere Details zum Verfahren der Wissenschaftler, mit dem sich das Ausmaß versteckter Wilderei ermitteln lässt, im Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: Auf der Fährte der Wilderer

Der Autor geht davon aus, dass sich das Verfahren auch auf andere Regionen und andere Tierarten, wie z. B. Tiger in Sibirien oder Wölfe in den Rocky Mountains übertragen lässt.