Schimpansen Ngamba Island © Michael Matschuck
Schimpansen Ngamba Island © Michael Matschuck

Kooperative Beziehungen zu befreundeten Artgenossen sind wichtig für das Überleben von Arten. Bislang war aber unklar, wie diese rein freundschaftlichen Beziehungen bei Menschenaffen über längere Zeit aufrechterhalten werden. Daher haben Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig nun untersucht, welche kognitiven und hormonellen Mechanismen diese kooperativen Beziehungen ermöglichen. Dabei stellten sie fest, dass das Hormon Oxytocin eine wichtige Rolle spielt.

Die Wissenschaftler haben bei einer Gruppe wilder Schimpansen in Uganda untersucht, wie sich der Ocytocinspiegel bei kooperativen Interaktionen wie beispielsweise der Fellpflege verändert. Besonders hoch war der Oxytocinspiegel bei Schimpansen, die Fellpflege mit einem Kooperationspartner betrieben hatten. Dabei war es unerheblich, ob es sich um einen verwandten oder nichtverwandten Kooperationspartner handelte.
Laut Dr. Catherine Crockford vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie „… scheint Oxytocin [bei Schimpansen] also bei der Pflege kooperativer Beziehungen auch jenseits genetischer Bande eine Schlüsselrolle zu spielen.“ Dies bedeutet, dass Oxytocin also nicht nur beim Menschen als Beziehungshormon funktioniert. Die Forscher nehmen an, dass Oxytocin Schimpansen dabei hilft, den Überblick über ihre freundschaftlichen Beziehungen zu den verschiedenen Artgenossen zu behalten.

Weitere Informationen zur Studie:
Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie: Soziales Hormon ist eng mit der Beziehungspflege verbunden