Krododil Costa Rica, Bildband Mittel- und Südamerika ® Britta Wulfekammer
Krododil Costa Rica, Bildband Mittel- und Südamerika ® Britta Wulfekammer

Wie eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Universität Genf ergab, können Krokodile trotz ihres Panzers sehr sensibel auf ihre Umwelt reagieren. Bereits seit längerem ist bekannt, dass auf dem Panzer aller Krokodil-Arten sogenannte „Integumentary Sensory organs“ (ISOs) sitzen. Diese feinen Sinnesorgane sind sehr druckempfindlich und ermöglichen es den Tieren, bereits kleinste Wasserbewegungen wahrzunehmen, um so auf Beutejagd zu gehen.

Michel Milinkovitch von der Universität Genf und seine Kollegen haben nun festgestellt, dass diese Sensoren jedoch nicht nur empfindlich gegenüber Druck sind und den Tieren so die Beutejagd auch bei Dunkelheit und in trüben Gewässern ermöglichen. Mit Hilfe der ISOs erfassen Krokodile trotz ihres dicken Panzers zudem Temperatur-Veränderungen sowie chemische Eigenschaften von Wasser.

So ermöglicht die thermische Empfindsamkeit der ISOs den wechselwarmen Krokodilen nach Meinung der Wissenschaftler die geeignete Einstellung der Körpertemperatur – ein Sonnenbad bei Kälte bzw. eine Abkühlung bei zu großer Hitze. Die Sensibilität gegenüber chemischen Eigenschaften des Wassers hilft den Tieren für sie geeignete Lebensräume zu erkennen.

Nur durch diese Sensoren ist es den Krokodilen möglich, gleichzeitig gut gepanzert und dennoch sehr sensibel gegenüber ihrer Umwelt zu sein. Kein anderes Wirbeltier besitzt vergleichbare Sensoren.

Studie der Forscher: Crocodylians evolved scattered multi-sensory micro-organs, Michel Milinkovitch (Universität Genf) et al.: EvoDevo (doi:10.1186/2041-9139-4-19)