Berggorilla ©mondberge.com

Wie bereits im Januar angekündigt, erhöht das Rwanda Development Board die Preise für den Besuch der Gorillas zum 01. Juni 2012 von 500 auf 750 US-Dollar. Der Leiter des Tourismus-Büros Ruanda erklärte, dass die Zunahme der Berggorilla-Population gezeigt habe, dass nachhaltiger Tourismus erfolgreich zum Überleben bedrohter Arten beitragen kann. Um dies auch vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach Gorilla-Trackings weiterhin zu unterstützen, sei eine Erhöhung der Gebühr für den Besuch bei Berggorillas erforderlich.

Auch in einer Studie wurde nachgewiesen, dass die Habituierung und Betreuung von Gorilla-Gruppen, die regelmäßig von Touristen besucht werden, zu ihrem Schutz beiträgt.

Demgegenüber stehen jedoch auf Risiken des Gorilla-Tourismus für das Überleben der Tiere. So warnt die Biologin Dr. Angela Meder von der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe (B&RD) e. V., einer gemeinnützigen Organisation, die sich seit 1984 dem Schutz bedrohter Gorillapopulationen und ihrer Lebensräume widmet, vor einer zu großen Nähe von Mensch und Gorilla. „Gorillas sind gegen menschliche Krankheitserreger nicht resistent. Seit vielen Jahren ist die direkte Übertragung menschlicher Krankheitserreger auf Gorillas und andere Menschenaffen nachgewiesen. So kann eine menschliche Grippe für Berggorillas zur tödlichen Bedrohung werden.“, berichtet Dr. Meder. Diese Übertragung von Krankheitserregern gilt als eine der größten Bedrohungen für Gorilla-Populationen und betrifft vor allem habituierte Gruppen.

Aus diesem Grund gelten strenge Regeln für den Besuch bei den Berggorillas, wie beispielsweise die 7-Meter-Abstandsregel. Besucher sollen einen Abstand von sieben Metern zu den Gorillas einhalten. Hintergrund ist, dass Krankheitserreger diese Distanz kaum überwinden.

Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese Regel kaum eingehalten wird. So wurden im Bwindi Impenetrable Nationalpark in den Jahren 2004 und 2011 Studien hierzu durchgeführt, die belegen, dass der geforderte Abstand von 7 Metern deutlich unterschritten wird. So betrug die geschätzte mittlere Distanz zwischen Touristen und Gorillas in 2004 2,76 m. Im Jahr 2011 zeigte die Studie der amerikanischen Primatenforscherin Allison C. Hanes (nachzulesen im Gorilla-Journal, der Zeitschrift des Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e. V.), dass sich der mittlere kürzeste Abstand zu den Berggorillas sogar weiter auf 2,20 m verkürzt hatte. Sicherlich ist ein Grund hierfür, dass Gorillas die 7-Meter-Abstands-Regel nicht kennen. Insbesondere Jungtiere kommen neugierig auf die Touristen zu. Eine andere Ursache, die nach Aussage der Forscherin im Interesse der Gesundheit des Gorillas dringend behoben werden muss, sind jedoch schlecht ausgebildete Gorillaführer und Guides, die den Touristen einen Gefallen tun wollen und damit die Gesundheit der Tiere aufs Spiel setzen.

Berggorillas © mondberge.com

Dies gilt es abzustellen. Touristen sollten im Interesse der Tiere auf eine strikte Einhaltung der Regeln für den Besuch bei den Gorillas achten. Wird dies gewährleistet, dann ist Gorilla-Tourismus eine gute Chance zur Sicherung des Überlebens der bedrohten Tiere.

Regeln für den Besuch bei Gorillas:

  • – Pro Tag darf eine Besuchergruppe mit maximal 8 Personen für eine Stunde zu den Gorillas.
  • – Besucher müssen einen Mindestabstand von 7 Meter einhalten – auch wenn die Gorillas dies nicht immer tun …
  • – Kinder unter 15 Jahren dürfen nicht am Gorilla-Tracking teilnehmen.
  • – Mit einer Erkältung oder einer anderen Infektionskrankheit darf man die Gorillas nicht besuchen.
  • – Essen, trinken oder rauchen ist bei den Gorillas nicht erlaubt.
  • – Fotos mit Blitzlicht sind nicht erlaubt.
  • – Besucher müssen sich ruhig verhalten und dürfen sich nicht unterhalten. Alle Besucher müssen in der Gruppe bleiben und dürfen die Gorillas nicht umstellen.
  • – Gorillas dürfen nicht berührt werden.
  • – Müll muss wieder eingepackt werden.
  • – Die Anweisungen der Guides sind unbedingt zu befolgen.