Einem internationalen Forscherteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie Leipzig ist es gelungen, das Genom des Bonobo zu entschlüsseln. Damit ist nun die genetische Basis aller Menschenaffen bekannt. Ziel dieser Forschung ist es, die evolutionären Beziehungen von Bonobos, Schimpansen und Menschen besser zu verstehen.

Bonobos gehören nach den Schimpansen zu den engsten Verwandten des Menschen. Wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift Nature berichten, haben die Untersuchungen nun ergeben, dass der Mensch in rund drei Prozent der Gene dem Bonobo bzw. dem Schimpansen ähnlicher ist, als die beiden Affenarten untereinander. Dies gilt auch für bestimmte Eigenschaften.

Schimpanse Ngamba Island © Michael Matschuck
Schimpanse Ngamba Island © Michael Matschuck

Das Verhalten von Schimpansen und Bonobos unterscheidet sich stark. Während unter männlichen Schimpansen innerhalb der Gruppe häufig aggressive Kämpfe um Rangfolgen und Weibchen ausgefochten werden, sind bei Bonobos die Männchen den Weibchen untergeordnet. Bonobos haben ein aktives Sexualleben, das nicht nur der Fortpflanzung dient. Informationen darüber, wie sich der gemeinsame Vorfahre verhalten haben könnte, erhoffen sich die Forscher aus dem Vergleich des Erbguts von Menschen, Schimpansen und Bonobos.

Schimpansen sind in Äquatorialafrika weit verbreitet, während Bonobos südlich des Flusses Kongo in der Demokratischen Republik leben. Natürliche Barriere zwischen beiden Arten bildet der Fluss Kongo, der vor etwa 1,5 bis 2,5 Millionen Jahren entstand. Dieser war wohl auch der Grund dafür, dass sich das Erbgut von Schimpansen und Bonobos nach ihrer evolutionsgeschichtlichen Trennung nicht wieder vermischt hat, wie die Forscher aufgrund der Untersuchungsergebnisse vermuten.

Weitere Informationen:
nature.com: The bonobo genome compared with the chimpanzee and human genomes
Max-Planck-Gesellschaft: Forscher entschlüsseln das Bonobo-Genom