Fangnetze entlang der ägyptischen Mittelmeerküste versperren Millionen Zugvögeln laut NABU auf einer Strecke von mehr als 700 km den Weg von und zu ihren Überwinterungsgebieten. Damit hat der Vogelfang erneut enorme Ausmaße angenommen. Experten schätzen, dass jährlich mindestens zehn Millionen Vögel an dieser weltweit größten Vogelfanganlage den Tod finden.

Zwischen 2008 und 2010 war ein Rückgang des Vogelfangs zu verzeichnen, was auf die Angst vor der Vogelgrippe zurückzuführen war. Doch nun werden in Ägypten trotz bestehender Gesetze mehr Vögel gefangen und auf Märkten gehandelt wie nie zuvor.

Laut NABU-Vogelexperte Lachmann wird sich dies auf die Bestände der Zugvogelarten auswirken, wenn nicht umgehend Maßnahmen ergriffen werden, um diese illegalen Fangmethoden zu unterbinden. Bereits jetzt hat eine Vielzahl der bei uns lebenden Vogelarten mit Lebensraumverlust und der Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen. Wenn zu diesen Bedrohungen nun noch diese massiven Fangzahlen hinzukommen, werden diese Arten noch stärker zurückgehen.

Weitere Informationen: NABU: Zugvogelmord an Ägyptens Küste